Nationalparks

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Die Kimberley ist ein Gebiet voll landschaftlicher Pracht welche einzigartig in Australien ist. Boab- und Eukalyptusbäume, mit Spinifex überwucherte Ebenen und mit Mangroven gesäumte Landzungen verbinden sich zu einem faszinierenden Ganzen. Dennoch kamen Teile der Kimberley erst spät unter den Schutz von Nationalparks.

Australiens erster Nationalpark, der Royal südlich von Sydney, wurde bereits im April 1879 ausgerufen, drei Monate bevor Alexander Forrest als erste weiße Person tief in das Innere der Kimberley vordrang.

Sechs der insgesamt sieben Nationalparks der Kimberley geben dem Besucher einen guten Überblick über das Land der Region. Der siebte unter ihnen, der Drysdale River Nationalpark, befindet sich ebenfalls inländisch, ist aber äußerst schwierig zu erreichen.

Mit über 30.000 Besuchern pro Jahr ist der Geikie Gorge Nationalpark der am meisten Besuchte in der Kimberley, Purnululu hingegen sitzt in den Köpfen der Touristen fest verankert. Viele Besucher ziehen einen Flug über oder in den Park, ausgehend von Kununurra, Wyndham, Halls Creek oder Broome vor, da der Track in die Bungle Bungle Range eine herausfordernde All-Rad Erfahrung bleibt. Die anderen Parks haben jeweils ihren eigenen, speziellen Reiz.

Jeder Besucher der Kimberley sollte so viele Nationalparks wie möglich bereisen und entdecken. Nationalparks sind ausgezeichnete Gebiete von speziellem Interesse – etwas das, sogar in einer Region voll mit geografischen Merkwürdigkeiten und wundervollen Landschaften, hervorsticht.

Inhalt

Purnululu Nationalpark

Die Bungle Bungle Range ist für ihre auffallenden, in Orange- und Grautönen verlaufenden, horizontal gestreiften Sandsteindome berühmt. Die Sandsteine und Zusammensetzungen die dieses Gebirge formen, setzten sich vor ungefähr 360 Millionen Jahren in der Devonzeit ab.

Durch Erosion, verursacht von Bächen und Flüssen, Wind und Regen entstanden in den letzten 20 Millionen Jahren faszinierende Schluchten und surreale Landschaften. Die Farbbänder der Dome sind eine Folge unterschiedlicher Bestandteile im Ton und der Porosität der Sandsteinschichten. Die dunkelgrauen Bänder sind mit Cyanobakterien (blau-grüne Algen) befallen, welche sich auf feuchten Schichten ansammeln.

Die orangefarbenen Bänder entstanden in schnell trocknenden Schichten, auf denen die Cyanobakterien nicht wachsen konnten. Das kräftige Orange ist auf die resultierende Farbe von oxidierten Eisenzusammensetzungen zurückzuführen. Die jeweiligen, nur wenige Millimeter dicken Überzüge spielen eine wichtige Rolle beim Zurückhalten der Erosion des Sandsteines.

Der Name Purnululu stammt aus der Kija Aboriginal Sprache und bezeichnet das Sandsteingebirge. Vermutlich durch eine falsche Aussprache des in der Kimberley weit verbreiteten Bundle Bundle Grases ist der Name für die Bungle Bungle Range entstanden. Der 209.000 Hektar umfassende Nationalpark wurde im Jahre 1987 zusammen mit einem angrenzenden 110.000 Hektar großem Naturschutzreservat gegründet.

Informationen zum Purnululu Nationalpark

Der Purnululu Nationalpark liegt ungefähr 160 km Luftlinie südlich von Kununurra und 100 km Luftlinie nordöstlich von Halls Creek. Die Zugangsstrasse, abzweigend vom Great Northern Highway, befindet sich 250 km südlich von Kununurra oder 109 km nördlich von Halls Creek. Vom Highway führt der 53 km lange Spring Creek Track zum Besucherzentrum und der Ranger Station im Park. Der Spring Creek Track ist nur für All-Rad Fahrzeuge mit ausreichender Bodenfreiheit geeignet.

Reisezeit
Fünf Stunden von Kununurra und vier Stunden von Halls Creek. Bleiben Sie auf den markierten Tracks und lassen Sie den 4WD die gesamte Fahrt über eingelegt. Die Geschwindigkeitsbeschränkung im Nationalpark beträgt 50 km/h.

Parkschließung
Während der Regenzeit vom 1. Januar bis zum 31. März gibt es keinen Fahrzeugzugang in den Park. In dieser Zeit sind Strassen und Tracks möglicherweise unpassierbar und gegen Schäden durch Fahrzeuge äußerst anfällig. Saisonunabhängige Regefälle können ebenfalls zur zeitweisen Schließung führen.

Aktivitäten
Camping, Wandern (Zugang zu den Schluchten nur entlang der Flussbetten, das Besteigen der Dome ist verboten), Fotografieren, Natur beobachten, Hubschrauberflüge.

Echidna Chasm Trail
Dieser Pfad windet sich vom Ausgangspunkt um eine Sandsteinklippe bis zu einem Kieselsteinflussbett. Von dort folgt er diesem Flussaufwärts bis zum Eingang der Felskluft, wo er einige hundert Meter durch die Schlucht führt. Schließlich endet er abrupt an einer vertikalen Felswand. Um das Ende zu erreichen ist es notwendig über heruntergestürzte Blöcke, die sich zwischen den Wänden verkeilt haben, zu klettern. Die Schlucht liegt bis auf den späten Morgen, wenn die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, in tiefem Schatten.

Die Echidna Chasm erhielt ihren Namen vor einigen Jahren, als ein Echidna in der Nähe gefunden wurde. Die Anwesenheit von Echidnas wird weit häufiger durch ihre zigarettenförmigen Ausscheidungen festgestellt, als durch den Anblick der Tiere.

Frog Hole Trail
Der Frog Hole Trail folgt über 700 Meter einem Kieselsteinbett flussaufwärts bis zum Kopf einer relativ offenen Schlucht. Etliche Umwege sind um die Ansammlungen von heruntergefallenen Felsblöcken notwendig. Der Pfad endet an der Basis einer vertikalen Felswand mit einem rutschbahnähnlichen Wasserfall, der jedoch nur nach heftigen Regenfällen aktiv ist und einen kleinen Wasserpool am Leben erhält.

Mini Palms Trail
Der Weg führt westlich entlang des Hauptgebirges über Sand und Spinifex Gras. Nach 500 Metern wendet er sich in südlicher Richtung und folgt einem Kieselsteinbett flussaufwärts. Hinter einer Ansammlung von Geröllblöcken befindet sich eine kleinere Arena. Der Pfad folgt weiter dem Hauptfluss bis Stufen, die zu einer Plattform auf einem Felsblock führen, erreicht werden. Von hier ergibt sich ein Blick auf das schmale Amphitheater mit seinen kleinen Palmen am Ende der Schlucht.

Cathedral Gorge Trail
Der Wanderweg führt in nördlicher Richtung einen steinigen Abhang hinunter. Am Piccaninny Creek wendet er sich nach Westen und verläuft entlang des Creeks, der aus der Cathedral Gorge kommt, flussaufwärts. Am Ende der Schlucht reflektiert ein ruhiger Wasserpool die hochragenden Sandsteintürme. Diese bilden die Wände eines natürlichen Amphitheaters.

Domes Trail
Dieser kurze Rundweg führt durch die mit Spinifex bedeckte Sandebene der Bungle Bungle Range und windet sich durch abrupt aufsteigende Sandsteindome. Der Weg zweigt vom Cathedral Gorge Trail ab.

Piccaninny Gorge Trail
Ein 15 km langer Wanderweg bis zur Piccaninny Gorge. Übernachtung im Busch ist notwendig. Alle Wanderer müssen sich vor Antritt im Besucherzentrum abmelden und nach der Ankunft zurückmelden. Es ist ratsam genügend Wasser mitzunehmen, da die Wasservorkommnisse in der Schlucht versickert sein können. Offene Campfeuer sind verboten. Während der ersten 7 km verläuft der Weg entlang des Piccaninny Creek in nordöstlicher Richtung. Am Eingang zur Piccaninny Gorge, bekannt als der Elbow, biegt der Piccaninny Creek scharf in Richtung Nordwesten ab und verengt sich zunehmest in die Piccaninny Gorge. Die Hauptschlucht teilt sich in viele kleinere Seitenschluchten mit großen Wasserlöchern auf.

Die Entstehung der Bungle Bungle Range

Die markanten Türme der Bungle Bungle Range bestehen aus Sandstein, ein größtenteils aus Quarzkörnern bestehendes Sedimentgestein. Die Sedimentgesteine unterscheiden sich in der Art des Bindemittels der Quarzkörner (Ton-, Kiesel- und Eisen-Sedimentgesteine). Diese Sedimentformationen wurden im Ord Bassin vor 350 Millionen Jahren, als Verwerfungen die Landschaft aktiv veränderten, abgelagert.

Im Norden, wo sich heute die Bungle Bungle Range befindet, entstand eine Erhöhung entlang der Osmond Verwerfung und schuf die Osmond Range, im Westen fand die Erhöhung entlang der Halls Creek Verwerfung statt. Erosionen durch wilde Ströme und Flüsse veränderten diese uralten Hochlandschaften. Durch die hohe Energie der Ströme und Flüsse entstanden steile Uferhänge. Zugleich wurden große Gesteinsbrocken mitgespült und am Fuße der Steilhänge abgelagert. Solche Geröllblöcke befinden sich in den Wänden der Echidna Chasm.

Die meisten der Felsformationen in der Bungle Bungle Range entstanden jedoch durch Sandablagerungen weit entfernt der Hochlandschaften, geformt durch schwächere Flüsse, die durch weite Ebenen in offenen Tälern flossen. Als sich mehr Sand ansammelte, festigten sich die älteren Kanäle und formten Sandstein. Die heutigen Landschaftsformen wurden durch Erhebungen und Erosion während der letzten 20 Millionen Jahre geformt.

Im Gegensatz zu ihrem festen, soliden Aussehen sind die Sandsteine äußerst fragil. Das Gewicht von der darüber liegendem Sandsteinschichten hält die Sandkörner zusammen. Ohne diesen Schutz würden die Sandsteine abgetragen werden, was an den oberen abgerundeten Spitzen zu erkennen ist.

Eines der offensichtlichsten Merkmale der Sandsteintürme sind die wechselnden, in orange und grau gestreiften Bänder. Die dunkleren Bänder befinden sich an den durchlässigeren Schichten der Türme, was bedeutet das Wasser mit relativer Leichtigkeit hindurch gelangt. Feuchtigkeit kann so durch die Felsoberfläche dringen und ein dunkler Algenwachstum findet statt.

Die weniger durchlässigen Schichten sind mit einer Patina aus Eisen und Magnesium bedeckt und verursachen die Orangefarbebnen Bänder. Dieser äußere Mantel beschützt die unteren, weißen Bereiche der Türme vor Erosion.

Devonian Great Barrier Reef

Die Geikie Gorge, die Windjana Gorge und der Tunnel Creek schneiden sich durch zerklüftete Kalksteingebiete, die Teile des berühmten westaustralischen „Devonian Great Barrier Reefs“ bilden. Diese drei Gebiete wurden wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung und ihrer Schönheit zu Nationalparks erklärt.

Der Barriereriffgürtel entstand vor 350 Millionen Jahren während der Devon-Zeitspanne, als das Canning Bassin südöstlich von Derby durch tropisches Meer überdeckt war. Die Riffe sind heute in einer Reihe von Kalksteingebieten, die sich über 300 km am nördlichen Rand des Bassins entlang erstrecken, sichtbar. Einst zogen sie sich wahrscheinlich über 1.000 km um die heutige Kimberley Region um sich mit ähnlichen Riffen, wie sie in der Kununurra Region im Bonaparte Bassin vorhanden sind, zu verbinden.

Die Kalksteinriffe und ihre zugehörigen Ablagerungen winden sich durch die Landschaft, 50 bis 100 Meter über den angrenzenden Ebenen, in ähnlicher weise wie sie einst über dem Meeresboden standen. Aus der Luft erscheint es, als ob das Meer sich erst kürzlich zurückgezogen hat und das Riff in seiner Ursprungsform zurückließ. Tatsächlich ging das Gebiet seit der Devonzeit durch eine komplexe Geschichte aus Sedimentation, Anhebung und Erosion über viele Millionen Jahre. Der Grund für den klaren topografischen Eindruck des heutigen Riffs liegt darin , dass die Schiefersteine und andere weichen Sedimente, die im Ozeanbassin vor den Riffen lagen, vollständig erodierten und Täler formten, wohingegen die widerstandsfähigen Kalksteinriffe als Gebirge “exhumiert“ wurden.

Durch das genaue Untersuchen der Felsaufschlüsse ist es für Geologen möglich ein klares Bild der Umgebung, in der sich das uralte Riff formte, zu erhalten. Einige der Kalksteine sind reich in gut erhaltenen Fossilien, welche Aussagen über das Pflanzen- und Tierleben die im und um das Riff vor 350 Millionen Jahren lebten, liefern.

Die Entstehung der devonischen Riffe

Die Riffe selbst wurden durch eine Vielzahl an Kalk ausscheidenden Organismen, die die Fähigkeit besaßen wellenresistente Strukturen auf Höhe des Meeresspiegels zu errichten, aufgebaut. Die wichtigsten Erschaffer waren dabei die Kalkalgen, Stromatolithen (schichtförmig aufgebaute Verbünde von einzelligen Cyanobakterien) und Korallen in dieser Reihenfolge. Im Vergleich zu modernen Riffen bestehen diese hauptsächlich aus Korallen und Kalkalgen. In den devonischen Riffen sind die Korallen jedoch weniger wichtig als die Stromatolithen, eine Gruppe aus ausgestorbenen Organismen, welche Korallen in ihrer Wachstumsform ähneln, sich aber in der inneren Struktur unterscheiden.

Die wellenresistenten Riffe formten selber einen Teil des gesamten Barriereriff-Komplexes. Riffrückenablagerungen stellen den Hauptteil einer mit Riff umrandeten Kalksteinplattform dar. Die Riffe wurden im Allgemeinen durch einen Riffaußenrand umgeben, gegen die sich Schichten aus Kalkstein an Randgefällen, die sich auf Tiefen von einigen hundert Metern in das angrenzende Bassin absenken, anhäuften. Die Bassin-Ablagerungen bestehen zum größten Teil aus Schiefer, Sandstein und dünnen Kalksteinbetten. Jede dieser Hauptablagerungen hat ihre eigenen charakteristischen fossilen Ansammlungen. Somit werden die Riff und Riffrücken-Ablagerungen durch spezifische Algen, Stromatolithen und Korallen dominiert, die Ablagerungen an den Randgefällen durch Schwämme, Muscheln, Nautiliden und einigen Stromatolithen. Die Bassinablagerungen sind durch Fische, Tiere der Ordnung Goniatitida und Nautiliden gekennzeichnet.

Viele Riffe wachsen beinahe vertikal, einige jedoch nach außen, über ihre eigenen Ablagerungen am Randgefälle voranschreitend. Wieder andere weichen über die Riffrücken-Lagunen zurück. Das Gebiet senkte sich langsam während der Devonzeit ab, der Riffbauende Organismus war in der Lage mit der Absenkung Schritt zu halten und schuf bis zu 2.000 Meter dicke Kalksteinablagerungen.

Das “große Barriereriff“ des Canning Bassin umrandet ein devonisches Festland, welches heute durch die King Leopold Ranges und das Kimberley Plateau gekennzeichnet ist. Diese uralte Landschaft besitzt eine bergige Topografie, mit einen vertikalen Relief über einige tausend Meter. Sintflutartige Flüsse stürzten die Berge hinunter und rissen Geröllblöcke mit sich. Diese formten massive Gesteinsansammlungen wie z.B. am Mt. Behn.

Die besten Ansichten auf die uralten Riffe, ihre dazugehörigen Riffrücken und die Sandsteine der Randgefälle befinden sich in spektakulären Schluchten wie der Windjana Gorge und der Geikie Gorge. Der unterirdische Tunnel, welcher vom Tunnel Creek durch die Napier Range geschnitten wurde, ist ein weiterer Ort von besonderem geologischem Interesse.

Geikie Gorge Nationalpark

Die Geikie Gorge, vom Fitzroy River durch die Geikie Range geschnitten, stellt eine weitere exzellente Sektion durch das „Devonian Great Barrier Reef“ (devonische große Barriereriff) dar. Es ist sehr passend, dass die Schlucht im Jahre 1883 nach dem berühmten britischen Geologen Sir Archibald Geikie benannt wurde.

Die Schlucht ist 14 km lang und ist in zwei, etwa gleich lange Sektionen am östlichen Ende des Copley Valley in der Nähe des Sheep Camp Yard aufgeteilt. Mehrere Atoll-Riffe sind im Copley Valley präsent und Fossil Downs grenzt hier an die Geikie Gorge an.

Die Wände der Schlucht sind generell etwa 30 Meter hoch. Sie sind bis zu einer Höhe von 10 bis 12 Metern über dem normalen Wasserstand strahlend weiß gewaschen, verursacht durch die jährlich stattfindenden Überflutungen in der Regenzeit. Die typischen Merkmale des Kalksteins wie z.B. die enthaltenen Fossilien sind auf der sauberen Oberfläche klar sichtbar.

Die Schlucht enthält permanent Frischwasser über die gesamte Länge und besitzt eine überschwängliche Fischfauna mit Sägefischen und Stachelrochen, deren Vorfahren progressiv dem Fitzroy River über 300 km flussaufwärts, von ihrem normalen Lebensraum der offenen See, folgten. Das Frischwasserkrokodil ist ebenfalls weit verbreitet.

Im südlichen Abschnitt des Nationalparks sind weite Teile der Geikie Gorge durch die Riffrücken-Ablagerungen geschnitten, welche zusammen mit dem schmalen Riff fast vollständig durch Algen aufgebaut wurden und nur geringen Beitrag durch Stromatolithen erfuhren. Der Kontakt zwischen den steil geneigten Ablagerungen des Randgefälles, dem horizontal gebetteten Riff und dem Riffrücken ist 2 km südlich des Sheep Camp Yard sichtbar. In den Ablagerungen des Randgefälles inmitten dieses Gebiets befinden sich einige deutlich sichtbare, zweischalige Weichtiere.

Informationen zum Geikie Gorge Nationalpark

Der Fitzroy River hat eine 30 Meter tiefe Schlucht durch den Kalkstein der Geikie Range geschnitten. Während der Regenzeit schwillt der Fluss um 10 bis 12 Meter an und poliert die weißen Wände der Felsschlucht. Der Park wird dabei ungefähr 7 Meter unter Wasser gesetzt. In der Trockenzeit verändert sich der Fluss in einen friedlichen Strom unterhalb der sich auftürmenden Klippen des Devonian Reefs.

Der Geikie Gorge Nationalpark liegt ungefähr 20 km von Fitzroy Crossing und 280 km von Derby entfernt.

Parköffnungszeiten
Von April bis November täglich von 6:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Eingeschränkter Zutritt in der Regenzeit von Dezember bis März aufgrund Überflutungen des Fitzroy Rivers.

Camping
Der Geikie Gorge Nationalpark ist eine Tagesstätte. Camping ist nicht erlaubt. Die nächsten Campingmöglichkeiten befinden sich in Fitzroy Crossing.

Gefahr
Frischwasserkrokodile leben in den Wasserpools der Schlucht. Obwohl sie normalerweise für Menschen nicht gefährlich sind, sollten Eltern auf kleine Kinder aufpassen.

Aktivitäten
Bootstouren, Fotografieren, Wandern, Natur beobachten. Die östliche Flussbank ist ein Schutzgebiet für die Tier- und Pflanzenwelt, unbeaufsichtigter Zutritt ist verboten.

Reef Walk
Ein angenehmer, 3 km langer Weg entlang des Fußes einer Schluchtwand. Beste Zeit ist der frühe Morgen und der späte Abend.

River Walk
Ein einfacher Pfad entlang des Fitzroy Rivers zu den Sandbänken.

Windjana Gorge Nationalpark

Die Windjana Gorge wird von Geologen als eines der klassischen Merkmale der Weltgeologie betrachtet. Nirgend wo sonst ist der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ablagerungen eines uralten Riffkomplexes so gut dargestellt wie hier. Die Gorge ist ein malerischer Canyon, der durch den Lennard River durch die Napier Range geschnitten wurde.

Sie ist ungefähr 3,5 km lang, bis zu 100 Meter tief und besitzt vertikale Wände über beinahe die gesamte Länge. Der Fluss fließt nur über eine kurze Periode in der Regenzeit und während der längsten Zeit des Jahres befindet sich Wasser nur an isolierten Stellen im Hauptkanal. Diese Poole enthalten eine Fauna an Fischen und Frischwasserkrokodilen.

Der Fluss benötigte Millionen von Jahren um die Schlucht zu erodieren. In einem Abschnitt des Abtragungsprozesses enthält eine Kiesschicht fossile Reste von ausgestorbenen Krokodilen und Schildkröten, angesammelt in einer kleinen Höhle an einer Wand der Schlucht, 40 Meter über dem heutigen Wasserpegel.

Die eindruckvollste Erscheinung des Riffs und seine zugehörende Ablagerung in der Windjana Gorge ist bekannt als das “Klassische Gesicht“. An dieser Stelle stufen sich der flach gebettete Riffrücken und das Kalksteinriff in einen engen, massiven Riffrand ab. Wechsel in der fossilen Fauna sind sehr gut anhand des Übergangs zwischen dem Riffrücken und dem Riff bis zu den Ablagerungen des Randgefälles sichtbar. Die Stromatolithen sind auffallend im Riffrücken anzutreffen. Andere Arten dieser Gattung (hauptsächlich Actionostroma) und Algen waren die dominanten Riffbauer, während Schwämme in den Ablagerungen des Randgefälles üblich sind.

Während der frühen Phase der Riffentstehung im Gebiet der Windjana Gorge wuchs das Riff im Wesentlichen vertikal (wie am “Klassischem Gesicht“), in den späteren Phasen entwickelte es sich weitestgehend horizontal über das Randgefälle. Diese späteren Phasen werden durch das massive Riffkalkstein repräsentiert, sind fast vollständig durch Algen aufgebaut und am westlichen Ende der Schlucht zu sehen.

Informationen zum Windjana Gorge Nationalpark

Das Gebiet um die Windjana Gorge wurde im Jahre 1971 zum Schutze und zur Erhaltung der Natur als Nationalpark erklärt. Der Park deckt ein 2.000 Hektar großes Gebiet ab. Die Hauptattraktion von Windjana ist eine 3,5 km lange Schlucht. Sie entstand als das Wasser des Lennard River über Millionen von Jahren einen Weg durch den Kalkstein der Napier Range geschnitten hat.

Der Lennard River erwacht nur nach der Regenzeit zum Leben und so sind während der Trockenzeit nur vereinzelte Wasserstellen vorhanden. Im Pool um den Bandingan Rock lebt eine Population von mehr als 70 Frischwasserkrokodilen. Nirgendwo sonst sind die verschiedenen Ablagerungen eines uralten Riffsystems so gut erhalten wie in der Windjana Gorge.

Der Windjana Gorge Nationalpark liegt ungefähr 145 km von Derby und 150 km von Fitzroy Crossing entfernt. Während der Regenzeit können die Strassen unpassierbar sein.

Reisezeit
Zwei Stunden von Derby und drei Stunden von Fitzroy Crossing.

Camping
Campingplätze und Wohnwagenplätze sind von Mitte April bis Mitte November vorhanden. Eine Campinggebühr wird erhoben und beinhaltet Brennholz und die Nutzung der Einrichtungen.

Gefahr
Frischwasserkrokodile leben in der Schlucht. Obwohl sie normalerweise für Menschen nicht gefährlich sind, sollten Eltern auf kleine Kinder aufpassen.

Parkranger
Nationalparkranger sind über die Trockenzeit im Park stationiert.

Aktivitäten
Camping, Wandern, Fotografieren, Natur beobachten.

Gorge Walk
Dieser Weg startet am Campingplatz und schlängelt sich über 3,5 km in die Windjana Schlucht.

Time Walk
Dieser kurze Pfad beschäftigt sich mit den Lebensformen aus der Unterwasserwelt. Verschiedene Fossile können im Kalkstein der Felswände entdeckt werden.

Tunnel Creek Nationalpark

Der Tunnel Creek fließt durch die Napier Range in einer bemerkenswerten Höhle über mehr als 750 Meter, welche als Verbindungsstelle von Riff und Kalkstein des Randgefälles lokalisiert wurde. Der Tunnel enthält permanente Poole aus Frischwasser, dennoch ist es möglich von einem Eingang zum anderen zu laufen.

In der Nähe des Tunnelzentrums ist das Höhlendach durchgebrochen. Höchstwahrscheinlich floss der Tunnel Creek einst über die Range, als die generelle Erdoberfläche höher lag wie in der heutigen Zeit. Später nahm der Tunnel Creek seinen Untergrundkurs auf, geformt durch größer werdende Auflösungen des Kalksteins in Verbindungsfrakturen. Der ursprüngliche Verlauf ist durch das flache Tal auf der Range erkennbar.

Eine Bank im Tunnel, etwa 8 Meter über dem heutigen Boden, markiert einen älteren, höheren Untergrundflusslevel. Dieser stimmt mit dem Level der Umgebung überein, welcher in einem engen Kanal flussaufwärts und flussabwärts vom Tunnel durch den Fluss eingeschnitten wurde.

Ein auffallendes Merkmal des aus Algen und Stromatolithen entstandenen Riffkalksteins am nördlichen Eingang sind die starken Brüche, welche zu einem frühen Zeitpunkt im Riffwachstum entstanden.

Informationen zum Tunnel Creek Nationalpark

Der Tunnel Creek erhielt seinem Namen durch den 750 Meter langen Tunnel, der sich durch sickerndes Gewässer in den Kalkstein der Napier Range eingeschnitten hat. Einst, als das umliegende Gebiet höher lag als heute, floss der Creek über die Range. Dieser ursprüngliche Wasserverlauf ist durch ein flaches Tal auf der Range gekennzeichnet. Im Kalkstein entstanden durch Sickerwasser größere Spalten und Risse bis der Creek schließlich seinen unterirdischen Verlauf, wie er heute zu sehen ist, annahm.

Der Tunnel Creek Nationalpark liegt ungefähr 180 km von Derby und 115 km von Fitzroy Crossing entfernt. Während der Regenzeit können die Strassen unpassierbar sein.

Reisezeit
Von Derby und Fitzroy Crossing jeweils 2,5 Stunden.

Camping
Camping am Tunnel Creek ist nicht gestattet. Der nächste Campingplatz befindet sich an der Windjana Gorge (35 km).

Gefahr
Der Tunnel Creek kann in der Regenzeit sehr gefährlich werden, wenn Regenschauer viele Kilometer entfernt plötzliche Überflutungen des Creeks auslösen.

Aktivitäten
Wandern, Fotografieren, Natur beobachten.

Tunnel Walk
Das Wasser des Tunnel Creek suchte sich einen 750 Meter langen Weg durch das prähistorische Riff und formte dabei einen 3 bis 12 Meter hohen und 15 Meter breiten Tunnel. In der Trockenzeit die Höhle zu erforschen ist ein einzigartiges Erlebnis. Fühlt man sich am Anfang durch das einfallende Licht noch relativ sicher, so endet dieses Gefühl spätestens bei der ersten Wasserdurchquerung (festes Schuhwerk wird dringend empfohlen). Langsam sackt man in den schlammigen Untergrund ein und tastet sich im Licht der Taschenlampe vorwärts. Durch die eingestürzte Decke in der Mitte der Höhle fällt etwas Licht ein. Wurzeln hängen senkrecht von der Decke und den Wänden auf ihrer Suche nach Wasser herab. Etwas weiter in der Höhle schlafen dicht gedrängt Fledermäuse. Schließlich wird es heller und der Ausgang der Höhle ist in Sicht.

Wolfe Creek Krater Nationalpark

Dieser spektakuläre Meteoritenkrater misst 850 Meter im Durchmesser und ist somit der zweitgrößte in der Welt (der größte Meteoritenkrater befindet sich in Arizona, USA), in dessen Umgebung Fragmente eines Meteoriten gefunden wurden. Sein äußerer Ring ist bis zu 35 Metern über dem umliegenden Boden, die Kratertiefe im Inneren liegt mehr als 50 Meter unterhalb des oberen Kraterrandes. Es wird angenommen, dass der Krater ursprünglich bis zu 120 Meter tief war. Verursacht durch den Wind, füllte sich der Boden im Laufe der Jahrtausende langsam mit Sand.

Der Krater wurde vor ungefähr 300.000 Jahren durch einen auf die Erde stürzenden Meteoriten mit einem Gewicht von mehreren tausend Tonnen geformt. Obwohl die ungewöhnliche Formation den Menschen auf dem Boden aufgefallen ist, entstand erst nachdem der Geologe Dr. Frank Reeves im Juni 1947 über den Krater flog und später in einer Landexpedition zurückkehrte die Theorie, das es sich hierbei um einem Meteoritenkrater handelt (einige Geologen glauben auch heute noch, dass der Krater einen vulkanischen Ursprung aufweist).

Am Meteoritenkrate kann man über einen 100 Meter lange Weg zur Spitze des Kraterrandes hinaufsteigen. Die wesentlich steileren Hänge im Inneren und die vielen losen Steine erschweren das Hinuntersteigen in das Kraterinnere. Es ist nur für trittsichere Kletterer mit festem Schuhwerk zu empfehlen. Camping ist im Reservat nicht erlaubt.

Informationen zum Wolfe Creek Meteoritenkrater

Der Wolfe Creek Meteoritenkrater liegt am Rande der Tanami Wüste und ist ca. 145 km von Halls Creek über die Tanami Road (unbefestigte Strasse, für konventionelle Autos nur während der Trockenzeit passierbar) zu erreichen. Die Fahrtzeit beträgt etwa 2 Stunden.

Meteor oder Meteorit?
Meteoriten sind massive Objekte die aus dem Weltall auf die Erdoberfläche gefallen sind. Während sie sich in der Atmosphäre befinden, sind sie als Meteoriten bekannt. Ein Meteor oder eine Sternschnuppe sind die sichtbaren Lichtstreifen am Himmel, wenn sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Falls ein Teil des Meteoriten den Eintritt überlebt und auf der Erde aufschlägt, spricht man von einem Meteoriten.

Wo kommen die Meteoriten her?
Meteoriten entstehen aus den Trümmern von Astroiden oder Kometen. Astroiden umkreisen hauptsächlich in Regionen zwischen Mars und Jupiter die Sonne und sind zurückgebliebene Trümmer aus der Formation der Planeten. Seit jeher werden Meteoriten unter die ältesten massiven Gesteine, die unser Sonnensystem formten, eingestuft und liefern wertvolle Hinweise auf die Entstehungsgeschichte.

Wann wurde der Krater geformt?
Gesteinsbrocken und Fragmente des Meteoriten deuten auf einen Meteoriteneinschlag vor ungefähr 300000 Jahren hin.

Wo befindet sich der Meteorit jetzt?
Mit einer Geschwindigkeit von 15 km pro Sekunde und einem Gewicht von mehr als 50.000 Tonnen schlug der Meteorit ein riesiges Loch in den Untergrund und pulverisierte die darunter liegenden Gesteinschichten. Die beim Aufprall explosionsartig entstandene Energie zersetzte den Großteil des Meteoriten. Die wuchtige Explosion verstreute die wenigen verbliebenen Fragmente, die bis zu vier Kilometer vom Krater entfernt gefunden wurden.

Der heutige Wolfe Creek Meteoritenkrater

Das Gebiet in dem der Krater sich formte besteht aus Quarzit, bedeckt mit Laterit. Durch den explosionsartigen Einschlag deformierte sich der einst flach liegende Quarzit vollständig und ist nun an den inneren Seiten des Kraters sichtbar. Die Lateritschicht liegt an einigen Stellen, in Sandwichbauweise zwischen den zusammengefalteten Schichten aus Quarzit, offen. Die äußeren Hänge des Kraters sind mit unzähligen Quarzit Bruchstücken und Überresten des Laterits bedeckt. Rostigfarbene Gesteinsbrocken finden sich ebenfalls verstreut auf den Hängen oder eingeschmolzen in der oberen Lateritschicht. Sie enthalten Eisenphosphat, welches aus den Überresten des tief hereinstürzenden Eisenmeteoriten stammt.

King Leopold Range Nationalpark

Zusammengestauchte und gefaltete Felsformationen sind Beweise einer Episode aus der Entstehung von Gebirgen, die vor 560 Millionen Jahren, als die Felsen die heute das Kimberley Plateau formen, in Richtung Südwesten über das darunter liegende Granit geschoben wurden.

Die schroffe King Leopold Range erstrecken sich entlang der südwestlichen Grenze des Kimberley Plateaus. Wasser, das westlich der King Leopold Range fließt, hat sich seinen Weg durch die uralten Gebirge geschnitten und faszinierende Schluchten geformt.

Mit der Bell Gorge und der Lennard Gorge, zwei der prächtigsten Schluchten der Kimberley und der spektakulären King Leopold Range mit ihren seltenen Pflanzen und Tieren, wurde das 392.104 Hektar große, ländlich verpachtete Gebiet um den Mt Hart durch das Conservation and Land Management (CALM) erworben und zum Nationalpark erklärt.

Informationen zum King Leopold Range Nationalpark

Der King Leopold Range Nationalpark ist über die Gibb River Road zu erreichen – ungefähr 200 km von Derby und 450 km von Kununurra aus. Die Silent Grove liegt 19 km und die Bell Gorge befindet sich weitere 10 km entlang eines unebenen All-Rad Tracks, der von der Gibb River Road bei Kilometer 214 aus Richtung Derby und bei Kilometer 485 von Kununurra aus abzweigt.

Die Lennard Gorge liegt 7 km entlang eines unebenen, sehr schroffen All-Rad Tracks, der von der Gibb River Road bei Kilometer 127 aus Richtung Derby und bei Kilometer 572 von Kununurra aus abzweigt. Das Mt Hart Homestead liegt 50 km entlang eines unebenen All-Rad Tracks, der von der Gibb River Road bei Kilometer 184 aus Richtung Derby und bei Kilometer 515 von Kununurra aus abzweigt. Während der Regenzeit können die Strassen und Tracks geschlossen sein.

Reisezeit
Drei Stunden von Derby und neun Stunden von Kununurra.

Aktivitäten
Wandern, Fotografieren, Natur beobachten, Schwimmen.

Gefahr
Die Bell Gorge und die Lennard Gorge sind durch sehr hohe Felswände umgeben. In der Nähe der Klippen ist extreme Vorsicht und festes Schuhwerk empfohlen.

Eine uralte Landschaft

Die King Leopold Range erstreckt sich etwa 300 km vom Walcott Inlet im Westen bis ca. 100 km vor Halls Creek im Osten. Das Gebiet besteht aus langen, schroffen, mit Spinifex bedeckten Gebirgskämmen und Steilstufen. Die höchsten Punkte in der Range sind der Mount Ord mit 947 Metern über dem Meeresspiegel und der Mount Broome mit 935 Metern.

Die am häufigsten vorkommenden, schräg verlaufenden Gesteinsschichten bestehen aus weißem und rosafarbenem Sandstein. Es kommen zudem Schichten aus graugrünem Basalt vor, welche sich, ursprünglich aus heißer Lava bestehend, verfestigten. Wiederum andere Schichten bestehen aus grünfarbenem Dolerit, geformt aus geschmolzenem Gestein, welches in die älteren Sedimentgesteine eindrang.

Diese Folge von Schichten ist an manchen Stellen bis zu 5.000 Meter dick und wurde in einer Region, bekannt als das Kimberley Bassin geformt. Vor 1.800 Millionen Jahren in der Präkambrium Zeit lagerten sich die Reihen von Schichten in seichten Gewässern auf einer langsam absinkende, große kontinentale Landmasse ab.

Vor etwa 560 Millionen Jahre schoben sich die ursprünglich flach liegenden Schichten aus nordöstlicher Richtung über älteres Granit, Vulkangestein und umgewandelten Sedimentgestein aus dem Hooper Komplex. Diese Bewegung drückte die Gesteinsmassen an den Rändern zu größeren Gebirgen zusammen. Später stattfindenden Erosionen formten die heutige King Leopold Range.

Jüngste Geschichte

Im Jahre 1879 reiste die Landvermessergruppe um Alexander Forrest ausgehend vom De Grey River bis zum Port Darwin und benannte das Gebiet nach King Leopold von Belgien, in Erinnerung an das große Interesse seiner Majestät an Entdeckungsreisen. Sie fanden jedoch keinen Weg durch das zerfurchte Land der King Leopold Range. Erst der Entdecker und Rinderhüter Frank Hann fand im Jahre 1898 einen Pass durch das Gebirge, welcher heute seinen Namen trägt.

Mitchell River Nationalpark

Das Mitchell Plateau besteht aus den Überresten einer erhöhten, mit Laterit bedeckten Ebene, umgeben von Sandstein, in das der Mitchell River spektakuläre Schluchten eingeschnitten hat. Es wird als eines der wichtigsten biologischen Gebiete in der Kimberley betrachtet.

Die Landschaft um das Plateau variiert von Mangroven und Sümpfen zu Waldgebieten und üppigen Regenwäldern, was zu einer artenreichen Pflanzen und Tierwelt führte. Das Land um die Mitchell Falls wurde einst von den Wunambal Ureinwohnern bevölkert. Seit ihrem Umzug nach Kalumburu in den fünfziger Jahren, haben die Aborigines ihre regelmäßigen Besuche in dieses Gebiet aufrechterhalten und in den letzten Jahren eine kleine Gemeinschaft aufgebaut.

Vier Gebiete rund um die Mitchell Falls wurden als Naturschutzgebiete vorgeschlagen und werden jetzt durch das Conservation and Land Management (CALM) verwaltet. Die Mitchell Plateau Bauxite Company besitzt ein Bergbaurecht seit 1965 über große Teile des Plateaus. Zusammen mit dem Department of Resources Development unterstützen sie CALM bei ihrer Aufgabe, die Erhaltung und Wiederherstellung der Werte dieses Gebietes, zu managen.

Informationen zum Mitchell River Nationalpark

Der Mitchell River Nationalpark liegt ungefähr 350 Kilometer nordöstlich von Derby und 270 km nordwestlich von Wyndham. Zugang ist über den Mitchell Plateau Track, abgehend von der Kalumburu Road, 172 km nördlich der Gibb River Road Verbindung. Der Track ist nur für All-Rad Fahrzeuge geöffnet und wird in unregelmäßigen Abständen gewartet, ausgewaschener und welliger Boden ist keine Seltenheit.

Tracks nördlich des Mitchell Plateau Flugplatzes sind grob und uneben, während die nördlichen Tracks des Surveyor’s Pool sehr hart zu fahren und möglicherweise unpassierbar sind. Tracks und Strassen können während der Regenzeit geschlossen sein.

Einrichtungen
Besucher der Mitchell Falls müssen vollständige Selbstversorger sein. Es besteht keinerlei Möglichkeit zum Nahrungs- oder Benzinnachkauf. Mechanische Reparaturen sind nicht möglich. Die nächsten Servicestationen befinden sich in Kalumburu oder an der Drysdale River Station.

Ranger
Ein Park Ranger ist von Mai bis Oktober am Campingplatz stationiert.

Aktivitäten
Camping, Wandern, Fotografieren, Natur beobachten, Schwimmen (oberhalb der Fälle), Helikopterflüge.

Gefahr
Reisen auf Tracks und Strassen (ausgeschlossen der befestigte Highway) in der Kimberley ist während der Regenzeit riskant und gefährlich. Dies gilt speziell für das Mitchell Plateau.

Mitchell Falls Walk
Dieser 3 km lange Weg vom Campingplatz zu den Mitchell Falls führt an einigen Stellen durch steiles, felsige Gelände. An den vielen Klippen ist besondere Vorsicht von Nöten. Der Weg zu den Mitchell Falls führt nach 500 Metern an den Little Mertens Falls und nach 2,5 km an den Big Mertens Falls vorbei.

Surveyor’s Pool Walk
Ein einfach zu bewältigender Pfad führt vom Parkplatz des Surveyor’s Pool über 4 km bis zum Surveyor’s Pool.

Aborigines am Mitchell River Nationalpark

Wunambal Aborigines lebten in der Umgebung von Ngauwudu über tausende von Jahren. Ngauwudu bezeichnet dabei das Gebiet des Mitchell Plateaus. Die Wandjina Figuren werden von den Wunambal Aborigines als Gulingi bezeichnet. Sie glauben, dass die Schöpfer Gulingi und Wunggurr durch das Land zogen und die Erde, das Wasser, die Berge, die Flüsse, die Wasserstellen und alles Leben erschufen.

Die Gulingi und Wunggurr übergaben anschließend das Land und die Gesetze an die Wunambal Aborigines. Diese heißen alle Besucher in ihrem Land willkommen, erwarten aber den nötigen Respekt für ihre Verantwortung und Autorität über das Land und das Gulingi-Wunggurr Gesetz.

Gulingi
Gulingi oder Wandjina werden mit Regenerierung, der Schöpfung von Regen, der Erneuerung von Ressourcen und des Fortbestands von Leben assoziiert. Die Gulingi verteilten sich über die Region und sind in speziellen Landschaftsmerkmalen und Höhlenmalereien wieder zu finden.

Wunggurr
Mit Wunggurr werden die Schöpferschlangen bezeichnet. Ihre Reisen mit den Gulingi formten die Flüsse. Viele kamen aus den Meeren und leben nun in tiefen Wasserlöchern, wie den unteren Wasserstellen von Punamii-unpuu oder Aunauyu. Besucher werden gebeten nicht in diesen Wasserstellen zu schwimmen und die Gesetze zu respektieren.

Punamii-unpuu
Punamii-unpuu, das Gebiet unmittelbar um die Mitchell Falls ist für die Wunambal Aborigines ein sehr mächtiger Platz von kultureller und spiritueller Bedeutung. Die aus verschiedenen Richtungen kommenden Wunggurr trafen sich im Punamii-unpuu, wo sie sich niederließen. Die Erschaffung des Geistes ungeborener Kinder und anderer Lebewesen findet im Punamii-unpuu statt.

Aunauyu
Aunauyu, der Surveyor’s Pool, ist ein Platz in dessen tiefem Wasser Wunggurr lebt. Die großen weißen Felsen sind die Eier der Schlange.

Drysdale River Nationalpark

Der Drysdale River Nationalpark deckt ein 448.264 Hektar großes Gebiet in der entlegenen und schroffen nördlichen Kimberley Region ab. Offene Wälder, zerklüftete Felsen, Schluchten und Bäche, sowie große Wasserfälle wie die Morgan Falls oder Solea Falls befinden sich in diesem unzugänglichem Naturreservat.

Innerhalb des Parks gibt es keine Besuchereinrichtungen und keine ausgezeichneten Wanderwege. Die unberührte Wildnis bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für abenteuerlustige Naturbeobachter.

Aborigines besiedeln die nördliche Kimberley Region seit tausenden von Jahren und Beweise für die Nutzung des Drysdale River Gebietes finden sich an etlichen Stellen innerhalb des Parks. Vermutlich waren die Ureinwohner des Wilawila Stammes die Hauptnutzer des Drysdale Rivers mit seinen vielen Ressourcen.

Im Jahre 1886 benannte C. A. Burrowes, ein Landvermesser der Victorian Squatting Company, den Drysdale und Carson River nach J. A. Drysdale und David Carson, die ebenfalls in der Firma beschäftigt waren. Das Gebiet wurde durch die Brockman Exploring Expedition im Jahre 1901, und 1903 durch den Vermesser A. H. Salmond besucht.

Die erste befahrbare Strasse von der Gibb River Station nach Kalumburu erbaute die North Kimberley Survey and Mapping Expedition im Jahre 1954, während detaillierte Landvermessungen durchgeführt wurden. Der Vermesser J. S. Morgan machte einen Vorschlag für ein Naturreservat in dieser Gegend. Seine Expedition stieß auf die Wasserfälle am Palmoondoora Creek und benannte sie Morgan Falls.

Bradshaw Figuren
Die nach seinem Entdecker benannten Bradshaw Figuren finden sich an etlichen stellen im Nationalpark wieder. Sie sind durch das australische Gesetz geschützt.

Informationen zum Drysdale River Nationalpark

Der Drysdale River Nationalpark liegt ungefähr 150 km westlich von Wyndham und 100 km südlich von Kalumburu. Zugang ist nur über die Kalumburu Road und ferner über Privatwege der Theda Station oder der Carson River Station möglich. Eine Erlaubnis für die Nutzung der Privatwege muss zunächst bei den jeweiligen Stationen eingeholt werden.

Einrichtungen
Es gibt keine Einrichtungen im Nationalpark. Besucher müssen ausreichend vorbereitet und versorgt sein, da der Park entlegen, isoliert und extrem unzugänglich ist. Besucher die ausgedehnte Fußmärsche unternehmen wollen, sollten Erfahrung in der Wildnis besitzen und sich der potentiellen Gefahren bewusst sein.

Camping
Es gibt keine ausgezeichneten Campingplätze im Park. Busch-Camping ist erlaubt, hinterlassen Sie keine Anzeichen Ihres Besuches. Reisende können gegebenenfalls an der Theda Station mit Erlaubnis der Eigentümer campieren. Gebühren werden erhoben. Zudem sind mit vorheriger Erlaubnis am Bulldust Yards der Carson River Station mit Erlaubnis durch die Kalumburu Aboriginal Corporation campieren. Gebühren werden erhoben.

Gefahr
Salzwasserkrokodile leben in dem Wasser des Drysdale River unterhalb der Solea Falls. Schwimmen ist verboten. Seien Sie in der Nähe von Flussbänken vorsichtig und campieren Sie möglichst weit entfernt von Flüssen.

Die Landschaft des Drysdale River Nationalpark

Innerhalb der Parkgrenzen liegt ein Gebiet, bekannt als das Kimberley Becken, wo sich vor etwa 1.800 Millionen Jahren während des Präkambrium Zeitalters eine dicke Sequenz von geschichtetem Sedimentgesteinen auf eine langsame, sich senkende kontinentale Landmasse ablagerte.

Die ältesten Schichten bestehen aus weißen und rosafarbenen Quarzsandsteinen, die von Geologen als King Leopold Sandsteine bezeichnet werden. Diese Sandsteine sind nur im westlichen Teil des Parks zu finden. Sie stellen eine äußerst schroffe, sehr zerschnittene Landschaft mit etlichen Schluchten und Wasserfällen wie z.B. der Worriga Gorge oder den Morgan Falls dar.

Vulkanisches Ergussgestein wurden über das Sandsteingebiet ausgeschleudert. Das resultierende Basaltgestein, unter Geologen als “Carson Vulkanismus“ bekannt, kommt im Westen des Park vor. Es formt ein Gebiet von niedrigen, wellenförmigen und felsigen Ebenen mit ringsum gelegenen sanften Hügeln wie die Gattenhof oder Coodimirrie Hügel.

Sedimentgesteine legten sich über das Basalt und formten Schichten aus Quarzsandsteinen. Sie werden von Geologen als Warton und Pentecost Sandsteine bezeichnet und sind im gesamten Park zu finden. Sie formen eine Folge von Klippen und Abhängen wie die Ashton Range und die Tadarida Steilstufe.

Durch die Erosion von Basaltgestein des Carson Vulkanismus und seine Verbindung mit dem härteren Warton Sandstein formte sich die Carson Steilstufe, ein Hauptmerkmal des Nationalparks.

Der Park wird hauptsächlich durch den Drysdale River durchflossen, während der Carson River ausschließlich im Westen abfließt. Die Solea Falls sind die größten Wasserfälle des Drysdale River, die Morgan Falls befinden sich am Palmoondoora Creek.

Mirima Nationalpark

Nicht jeder hat das Glück und kann sich eine Reise in den Purnululu Nationalpark erlauben. Als lohnenswerte Alternative bietet sich der Mirima Nationalpark an. Einen Steinwurf von Kununurra und doch eine Welt entfernt liegt ein Tal, das kleine Bergketten mit Amphitheatern und Schluchten flankiert.

Bei Tageslicht werden die brüchigen Felswände lebendig und werfen in wechselnden Farben das Licht zurück. Am späten Nachmittag formen Schatten imaginäre Gesichter die in die Stille starren. Mirima ist vielleicht nicht ganz so massiv und eindrucksvoll als das weitaus bekanntere Wunderland der Bungle Bungle Range, besitzt aber trotzdem die Kraft den Besucher in Staunen zu versetzen und ein Gefühl für die gestreiften Sandsteintürme der Kimberley zu vermitteln.

Die allmähliche Erosion des Quarzsandsteins durch das Wasser von Lily Creek und seine Nebenflüsse hat eine große Anzahl an Schluchten mit Amphitheatern geformt. Die 350 Millionen Jahre alten Sandsteingebirge, Klippen und Täler sind ähnlich in der Erscheinung wie Teile des Bungle Bungle Gebirges. Sie wurden zur selben Zeit wie der große Bruder geformt und waren stets den gleichen Wetterbedingungen ausgesetzt.

Der Name Mirima bezeichnet dieses Gebiet und stammt von den im Osten der Kimberley lebenden Miriwoong Aborigines. Es gibt sehr viele Beweisstellen für das Leben in Mirima aus der Vergangenheit und etliche Stellen im Park sind auch heute noch für die traditionellen Gesetze der Ureinwohner von wichtiger Bedeutung. Das 2.068 Hektar große Gebiet wurde 1982 zum Nationalpark erklärt. Er soll die bizarren Sandsteingebilde und ihre Bedeutung für die Kultur der Aborigines schützen und für die Zukunft erhalten.

Informationen zum Mirima Nationalpark

Der Mirima Nationalpark liegt zwei km östlich von Kununurra und ist das ganze Jahr zu erreichen.

Aktivitäten
Wandern, Fotografieren, Natur beobachten. Von Mai bis August bietet CALM geführte Touren an, Termine hängen in der Informationsbucht oder der Touristeninformation aus.

Gefahr
Viele der Gesteinsbrocken in Mirima sind lose und instabil. Das Verlassen der ausgezeichneten Wege ist verboten und Gefahr droht insbesondere an den Felsklippen.

Gerliwany-gerring banana trail
In der Sprache der Miriwoong Aborigines bedeutet das Wort Gerliwany-gerring zum Wandern und banana verweist auf den Pfad oder Weg. Dieser ein Kilometer lange Wanderpfad ist die Alternative zur Hidden Valley Road in den Mirima Nationalpark.

Looking at plants nature trail
Ein einfacher, 400 Meter langer Rundweg. Schilder am Rand des Weges erläutern einige wichtige Pflanzen des Hidden Valley und ihre Bedeutung für die Aborigines.

Derdbe-gerring banana lookout trail
Dieser 800 Meter lange Pfad führt einen steilen Hang hinauf. Er endet an einem Aussichtspunkt, von wo aus sich das Ord Valley und das Sandsteingebirge des Mirima eröffnen.

Doomboom banana walk trail
Ein einfacher, kurzer 500 Meter langer Weg durch ein enges Tal. Am Ende taucht durch eine Spalte im Gebirge die moderne, ländliche Stadt Kununurra auf, während sich zwei Schritte zurück die uralten Landformen befinden.

Rowley Shoals Marinepark

Der Rowley Shoals Marinepark setzt sich aus drei separaten Atollen, dem Mermaid Reef, dem Clerke Reef und dem Imperieuse Reef, zusammen. Jedes dieser Atolle besteht aus einem äußern, ringförmigen Korallenriff mit einer eingeschlossenen Lagune und einem inneren Riff.

Sie werden als bestes Beispiel für Atolle auf dem australischen Kontinentalschelf betrachtet und bieten spektakuläre Tauchbedingungen in einer natürlichen Umgebung mit außergewöhnlicher Wasserreinheit.

Mit mehr als 200 verschiedenen Korallenarten und fast 400 Arten an Schalentieren wie z.B. der Riesenmuschel, werden die Rowley Shoals als biologisches Reservoir bezeichnet. Mit einer ungewöhnlichen Fülle an äußerst großen Rifffischen sind insgesamt beinahe 700 verschiedene Fischarten registriert. Die Korallen und Fischschwärme der Rowley Shoals zeigen eine deutliche Verwandtschaft mit denen, der in den Riffen der Indonesischen Regionen vorkommenden.

Die beiden südlichen Atolle, das Clerke und Imperieuse Reef, bilden den Rowley Shoals Marine Park, gegründet durch CALM im Jahre 1990. Das nördlichste Atoll, das Mermaid Reef, liegt unter der Zuständigkeit des Commonwealth, da es sich während der Flut vollständig unter Wasser befindet. Es ist unter der Gesetzgebung des Commonwealth als Marine National Nature Reserve geschützt und wird durch das Environment Australia gemanagt.

Informationen zum Rowley Shoals Marinepark

Der Rowley Shoals Marinepark liegt ungefähr 300 km oder 180 nautische Meilen westlich von Broome. Lizenzierte Unternehmen bieten, ausgehend von Broome, Chartertouren zu den Rowley Shoals an.

Aktivitäten
Tauchen, Schnorcheln, Fotografieren, Natur beobachten. Fischen ist am Mermaid Reef untersagt, am Clerke und Imperieuse Reef gelten besondere Einschränkungen.

Verhalten
Halten Sie sich fern von fragilen Korallenriffen. Untersuchen, fotografieren und genießen Sie das Korallenleben. Das Abbrechen und Mitnehmen bereits loser Korallen ist strengstens verboten. Auch das einsammeln von Muscheln ist verboten – selbst tote Muscheln beherbergen andere Tiere. Große, spektakuläre Muscheln oder Korallen wachsen meist nur sehr langsam und sind nicht zu ersetzen.

Gefahr
Sicherheitsvorschriften beim Tauchen beachten.

Korallenatolle der Rowley Shoal Inseln

Die Korallenatolle der Rowley Shoal Inseln türmen sich bis zu 400 Meter senkrecht im kristallklaren Wasser auf und kreieren eine einzigartige Unterwasserwildnis etwa 300 km westlich von Broome. Ein Gebiet, größer als 300 Quadratmeilen, ohne bedeutende, geschichtliche Entdeckung und nur von den einzigartigen, beträchtlichen Gezeiten beeinflusst.

Dieses Paradies bietet Lebensraum für mehr als 600 verschiedene Fischarten und ermöglicht ein üppiges Wachstum der mehr als 200 Korallenarten. Geschützt durch den Status eines Marine Parks und durch das tiefe Ozeanwasser von der globalen Erwärmung isoliert, sind die Rowley Shoal Inseln eines der wenigen, weltweit verbliebenen Beispiele einer ungestörten Korallenwelt.

Mit einer Wassertemperatur von einladenden 26 Grad Celsius und einer verlässlichen Sicht von 40 Meter, hat die Natur einen tadellosen Kompromiss mit jährlich ungefähr 200 Tauchern geschlossen.

Parry Lagoons Naturreservat

Die Feuchtgebiete im Parry Lagoons Naturreservat sind ein wichtiges Brut und Fütterungsgebiet für viele Vögel und eine Zwischenstation für Zugvögel, einige von ihnen aus Sibirien. Die Parry Lagoons Überflutungsebene ist ein „Feuchtgebiete mit internationaler Bedeutung“.

Die Überflutungsebene wurde in das Register der National Estate aufgenommen und ist Teil der Lower Ord Ramsar Konvention. Zusätzlich zu den Feuchtgebieten der Ord Überschwemmungsebene beinhaltet das 36.000 Hektar große Reservat Graslandschaften, Wälder und zerklüftete Sandsteinlandschaften. Plätze von historischer Bedeutung wie die Alte Halls Creek Road und die Ruinen einer kabellosen Station auf dem Telegraph Hill befinden sich ebenfalls im Reservat.

Naturreservate in Westaustralien wurden für die Erhaltung der Fauna und Flora erschaffen und sind Plätze, wo Besucher die heimischen Pflanzen und Tiere beobachten können.

Informationen zum Parry Lagoons Naturreservat

Das Parry Lagoons Naturreservat liegt ungefähr 20 km südlich von Wyndham. Die Hauptzugangsstrasse ist auf dem Great Northern Highway ausgeschildert und liegt 15 km von Wyndham und 85 Kilometer von Kununurra entfernt. Strassen innerhalb des Reservats sind unbefestigt und können während der Regenzeit geschlossen sein. Die Alte Halls Creek Road ist ausschließlich für All-Rad Fahrzeuge geeignet.

Reisezeit
Eine Stunde von Kununurra und 30 Minuten von Wyndham.

Camping
Camping ist innerhalb des Reservats nicht erlaubt. Unterkünfte und Campingplätze stehen in der Parry Creek Farm auf Privatgrund innerhalb des Reservats zur Verfügung.

Gefahr
Sowohl Salzwasser als auch Frischwasserkrokodile leben in den Flüssen und Wasserlöchern des Reservats. Meiden Sie Ufergebiete.

Aktivitäten
Vögel beobachten, Fotografieren, Natur besichtigen.

Old Halls Creek Road
Diese Strasse wurde um 1894 gebaut. Sie ersetzte den ursprünglichen Track zwischen Wyndham und Halls Creek, welcher 1885 nach der Entdeckung von Gold in Halls Creek errichtet wurde. Die sorgfältig von Hand verlegten Steine um die Straßenränder zu befestigen sind an einigen Stellen noch vorhanden. Die Strasse ist nur mit All-Rad Fahrzeugen befahrbar und kann während der Regenzeit unpassierbar sein.

Marlgu Billabong

Das Wort Marlgu stammt aus der Aborigine Sprache und bedeutet Wilder Vogel. Es bezeichnet die Wasserstelle an denen die Vögel zusammenkommen. Über tausende von Jahren lebten die Aborigines in der Nähe dieser Wasserstelle um zu fischen, Vogeleier zu sammeln und um Wasservögel, Krokodile und Wallabies (kleine Kängurus) zu jagen.

Als die Viehzucht die Kimberley erreichte, wurden große Rinderherden in der Nähe von Marlgu gehalten. Bis in das Jahr 1962 durchquerten insgesamt etwa zwei Millionen Rinder dieses Gebiet auf ihrem Weg in die Fleischerei von Wyndham. Schließlich ersetzten Trucks die letzten Viehtransporte über die Steppe.

Im Jahre 1972 wurde die Wichtigkeit der Feuchtgebiete für die Vogelwelt erkannt und das Parry Lagoons Naturreservat gegründet. Mit Unterstützung des Commonwealth Department of Tourism entstand am Marlgu ein geschützter Fußweg und Beobachtungsplatz, so dass der Besucher dieses Naturparadies in vollen Zügen genießen kann.

Telegraph Hill

Die Hauptzugangsstrasse in das Reservat führt direkt am Telegraph Hill vorbei, einem der vielen kleinen Basalthügeln in dem Überflutungsgebiet. Es bietet sich ein Panoramablick über das Feuchtgebiet und weit entfernte Hügel.

Im Jahre 1914 wurde eine Funkstation auf dem Telegraph Hill errichtet um die ankommenden Schiffe in den Hafen von Wyndham zu geleiten. Während des ersten Weltkrieges lebte die Station durch den australischen Nachrichtendienst zum Abfangen und Abhören von Nachrichten auf. Sie spielte eine entscheidende Rolle beim Verfolgen und Versenken des deutschen Kriegsschiffes “Emden”.

Die Ruinen der Funkstation sind heute noch vorhanden. Die Keramikisolatoren der Sendemasten waren einst eine heiß begehrte Beute. Aborigines kletterten auf die Masten um an die harte und robuste Keramik zu gelangen, welche sie später zu Speerspitzen weiterverarbeiteten.

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