Fahrverhalten im Outback

Unbefestigte Straßenoberflächen sind unberechenbar und Vorsicht muss zu jeder Zeit gegeben sein. Man sollte möglichst in den Spuren anderer Fahrzeuge fahren. Es wird empfohlen in den Four-wheel drive (4WD) High Range (4H) zu wechseln, um eine bessere Traktion zu erhalten.

Zu Beginn der Reise sollten die Straßenverhältnisse bei den Polizeidienststellen oder dem Road Condition Report überprüft werden.

  • Absicht bekannt geben
    Man sollte jemanden über die geplante Reise und die ungefähre Ankunftszeit vorab informieren. Man kann dies z.B. bei den örtlichen Polizeidienststellen machen. Das Abmelden am Ende der Reise nicht vergessen.
  • Fahrzeug
    Kennt man die Grenze seines Fahrzeuges? All-Rad-Fahrzeuge liegen höher als gewöhnliche Fahrzeuge. Man sollte nicht mit herkömmlichen Fahrzeugen auf All-Rad-Tracks fahren und mindestens zwei Ersatzreifen, sowie eine detaillierte Karte dabei haben.
  • Kraftstoff
    Kraftstoff ist nicht immer in entlegenen Orten vorhanden. Vor der Abfahrt sollte man in der Touristeninformation die Verfügbarkeit überprüfen. Man braucht wahrscheinlich Ersatzkanister mit extra Kraftstoff – diese müssen sicher verstaut und der Deckel fest verschlossen sein.
  • Wasser/Nahrung
    Pro Person und Tag sollte man mit etwa 9 Liter Wasser rechnen. Generell sollte mit ausreichend Extrawasser und Essen für mindestens zwei bis drei Tage mehr, als für die geplante Reisedauer, gerechnet werden.
  • Notfallausrüstung
    Für eine Notsituation sollte man sich überlegen folgende Gegenstände mitzunehmen: Erste Hilfe Kasten, Feuerlöscher, Abschleppseil oder Stange, EPIRB (Electronic Position Indicator Radio Beacon), Sattelitentelefon, H.F. Radio

Verhaltenstipps auf Outback-Tracks

Beim Fahren auf Outback-Tracks in Australien sollte stets das Licht eingeschaltet sein, dies macht das Fahrzeug für den entgegenkommenden und den vorrausfahrenden Verkehr sichtbar.

  • Überquerung von Flüssen und Bächen
    Bei Flussdurchquerungen oder überfluteten Straßenabschnitten sollte vor dem Durchfahren die Wassertiefe und die Fließgeschwindigkeit überprüft werden. Wenn notwendig waten man durch das Wasser um die Tiefe zu bestimmen (vorausgesetzt es besteht keinerlei Gefahr das sich in der näheren Umgebung Krokodile befinden könnten). Ist die Strömung zu stark, muss eine Rettungsleine verwendet werden. Man sollte sich zudem vergewissern, dass keine Baumstämme oder Trümmer anderer Art unter der Wasseroberfläche liegen. Um sicher das Wasser zu durchqueren sollte die Tiefe für All-Rad-Fahrzeuge nicht mehr als 0,5 Meter betragen, für normale Fahrzeuge liegt die Marke niedriger. Steigt oder sinkt der Wasserpegel?
  • Wetter, beste Reisezeit
    Die nördlichen Regionen in Australien besitzen zwei verschiedene Jahreszeiten, die Regenzeit von Dezember bis April und die Trockenzeit von Mai bis November. Die meisten unbefestigten Straßen sind während der Regenzeit unpassierbar. Planen sollte man eine Reise in diese Gebiete wenn möglich zwischen Mai und November.
  • Aufsetzen des Fahrzeuges
    Für eine maximale Kontraktion muss in den 4WD Low Range (4L) geschalten werden. Versuche rückwärts frei zu kommen. Verringere den Reifenluftdruck. Lege Äste, Stöcke und Spinifex-Gras unter die Vorderräder. Warte auf ein zweites Fahrzeug, das das Fahrzeug eventuell herausziehen kann.
  • Reifen
    Unbefestigte Straßen im Outback von Australien bestehen aus zum Teil scharfkantigen Steinen, welche leicht einen Reifen durchstechen oder aufschlitzen können. Man sollte mindestens zwei gute Ersatzreifen, extra Schläuche, ein Reparaturset und einen Luftkompressor dabei haben. Für den Reifenwechsel sollte man einen geeigneten Platz wählen um von ankommenden Fahrzeugen leicht gesehen zu werden. Ein flaches, gerades Teilstück der Straße ist die beste Wahl.

Risikofaktor Müdigkeit

Viele ernsthafte und verhängnisvolle Unfälle passieren infolge von Müdigkeit. Aufgrund der langen Distanzen in Australien ist die Ermüdung ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko. Tipps zur Vermeidung von Müdigkeit:

  • Für die Reise sollten von vorneherein regelmäßige Ruhepausen (mindestens alle zwei Stunden) eingeplant werden.
  • Ausreichend Wasser in den Pausen und auch während der Fahrt trinken. Durst ist eine weit verbreitete Ursache für Müdigkeit.
  • Vermieden werden sollte die Fahrt in den Abendstunden und speziell zu Zeiten an denen man normalerweise schlafen würde. Die Gefahr eines Unfalles bei Nacht ist wesentlich höher als am Tag.
  • Vor einer langen Fahrt sollte man gut ausgeschlafen sein.
  • Wenn möglich sollten sich die Fahrer regelmäßig abwechseln.
  • Den Konsum von Alkohol während oder vor der Fahrt vermeiden.
  • Bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit die Straße verlassen und eine Pause einlegen.

Feuer und Rauch in Australien

Es ist nichts Ungewöhnliches auf ein Buschfeuer während der trockenen Monate in Australien zu treffen. Die Stationsbesitzer brennen bewusst das vertrocknete Buschgras ab um Platz für neues, frisches Weidegras in der Regenzeit zu schaffen. Das Feuer und der entstehende Rauch können zu einer Gefahr für Autofahrer werden.

Feuer entwickeln sich bis an den Straßenrand. Der Rauch dieser Brände ist sehr dick und führt zu einem vollständigen Verlust der Sicht. Man sollte nicht versuchen durch dicken Rauch zu fahren. Stattdessen lieber die Fahrt, bis sich der Rauch aufgelöst hat, unterbrechen. Bei einem leichten Wind dauert dies in der Regel nicht lange. Nutze die Zeit für eine Pause mit einer Tasse Kaffee oder Tee.

Fahrtipps für unbefestigte Outback-Tracks

Die Geschwindigkeit muss immer den Straßenkonditionen entsprechend angepasst werden. Wenn die Straße wellig ist, Schlaglöcher besitzt, sich windet und kurvig ist oder aus losem Schotter besteht, muss die Geschwindigkeit verringert werden. Man sollte nicht vergessen, dass auf unbefestigten Outback Straßen in Australien nicht mit der gleichen Geschwindigkeit wie auf befestigten Straßen gefahren werden kann.

  • Bodenwellen
    Eine Fahrt auf welligem Untergrund kann sehr gefährlich sein. Vorsichtig muss zu jeder Zeit geboten werden und die Geschwindigkeit in Kurven sollte reduziert werden. Überhöhte Geschwindigkeit führt zu einem Verlust der Traktion und der Kontrolle des Fahrzeuges oder Anhängers. Auch auf das Überholen auf welligem Untergrund sollte verzichtet werden.
  • Überhohlen
    Grundsätzlich gilt bei schlechter Sicht nicht überholen. Vor dem Überholvorgang muss man sich vergewissern, dass ausreichend freie Straße zur Verfügung steht. Einige Road-Trains besitzen bis zu vier Anhänger, genügend Raum für den Überhohlvorgang muss vorhanden sein. Versuche nach dem Überhohlen eine ausreichende Distanz, vor dem Wechsel auf die linke Fahrspur zu erreichen. Dies verhindert Beschädigungen an der Windschutzscheibe des überholten Fahrzeuges.

Rutschen, Schleudern

Wahrscheinlich die größte Gefahr auf unbefestigten Straßen ist der Verlust der Kontrolle in Folge von wegdriften.

Wegdriften mit den Hinterrädern

Das Wegdriften mit den Hinterrädern ist am häufigsten und kann bei zu schnellem fahren durch eine Kurve, beim Bremsvorgang in einer Kurve oder einer schlüpfrigen Oberfläche, entstehen.

Verhindern des Ausbruchs: Bremsen nicht betätigen. Verringern des Drucks auf das Gaspedal (langsam aber nicht vollständig). Langsam gegenlenken, d.h. in Richtung der ausbrechenden Hinterräder. Wenn sich das Fahrzeug ausrichtet lenke wieder geradeaus. Langsam beschleunigen.

Wegdriften mit den Vorderrädern

Das Wegdriften mit den Vorderrädern passiert gewöhnlich in einer Kurve oder Biegung, wenn sich das Fahrzeug zu schnell bewegt um die Traktion mit der Straßenoberfläche, im speziellem auf Schotter, aufrecht zu erhalten. Das Fahrzeug versucht anstelle der Kurve in einer geraden Linie weiterzufahren.

Verhindern des Ausbruchs: Verringern des Drucks auf das Gaspedal. Vorderräder nach vorne ausrichten. Langsam bremsen um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Ist die Kontrolle über das Fahrzeug wieder gewonnen, in die gewünschte Richtung lenken.

Wegdriften mit allen vier Rädern

Das Wegdriften mit allen vier Rädern wird gewöhnlich durch schweres Abbremsen verursacht. Alle Räder blockieren dabei und drehen sich nicht mehr.

Verhindern des Ausbruchs: Für einen Moment vom Bremspedal gehen. Langsam bremsen. Wenn die Räder abermals blockieren den Vorgang wiederholen.

Staubaufwirbelungen

Eine Fahrt auf unbefestigten Outback-Tracks in Australien hat immer Staubaufwirbelungen zur Folge. Sei geduldig, gehe es langsam an und genieße die Landschaft.

  • Fahre stets mit eingeschaltetem Licht, dies macht Dich für den entgegenkommenden Verkehr und für den Verkehr vor Dir sichtbar.
  • Überhohle niemals wenn Du nicht sehen kannst was aus der entgegengesetzten Richtung durch den Staub kommen könnte. Bewahre Geduld, verringere die Geschwindigkeit und bleibe wachsam, da man sich einem Fahrzeug von hinten nähern könnte, es aber wegen des Staubes nicht sehen kann.
  • Unterbreche nicht unnötigerweise die Fahrt, da sich möglicherweise ein anderes Fahrzeug hinter einem befindet. Wenn man dennoch anhalten muss, sollte die Fahrbahn zügig verlassen werden.
  • Staub kann in Folge von Windmangel in der Luft verweilen, in diesem Fall muss man die Geschwindigkeit auf ein Minimum verringern, bis wieder klare Sicht herrscht.
  • Fahre niemals in den Staubaufwirbelungen anderer Fahrzeuge, entgegenkommender Verkehr wird Dich nicht sehen.
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