Tiere in Australien

Die australische Landmasse ist eine der ältesten auf der Erde. Das Meer hat sie seit über 50 Millionen Jahren von den anderen Kontinenten abgeschnitten und so fand die Evolution der Tiere auf diesem Kontinent ungewöhnlich lange und ungestört in völliger Isolation statt.

Australien Rotes Riesenkänguru

© Tourism Australia

Känguru, Flinders Ranges, Südaustralien

Australien besitzt eine unglaubliche Artenvielfalt an heimischen Tieren, welche von primitiven bis hin zu hoch entwickelten Lebewesen reicht. Einige dieser Tiere sind einzigartige Überlebende einer längst vergessenen Zeit, während andere sich perfekt an eine Umgebung angepasst haben, welche wir Menschen und die meisten Tiere als unbewohnbar betrachten.

Seit der europäischen Kolonialisierung Australiens sind 17 Säugetierarten für immer ausgestorben und mindestens weiter 30 sind bedroht.

Viele eingeschleppte Tiere wie der Fuchs, die Katze, das Schwein, die Ziege, das Kamel, der Esel, der Wasserbüffel, das Pferd, die Amsel oder das Kaninchen wurden frei gelassen und richten großen Schaden sowohl in der heimischen Tierwelt, als auch in der australischen Vegetation an. Füchse und Katzen jagen kleine heimische Säugetiere und Vögel, Kaninchen zerstören riesige Flächen an Land, Schweine tragen Krankheiten mit sich und eingeführte Vögel übernehmen die Lebensräum der heimischen Arten.

Der Reisende, der erstmals durch Sydneys oder Melbournes schöne Parks bummelt, wird überrascht sein, alten Bekannten wie Amseln, Spatzen oder Staren zu begegnen. Aber sobald er die Großstädte verlässt, trifft er auf die echte australische Tierwelt.

Viele urtümliche Formen scheinen sich hier aus vergangenen, wärmeren Erdzeitaltern erhalten zu haben, die auf den übrigen Kontinenten, mit Ausnahme Amerikas, offensichtlich ausgestorben sind. Es gibt verschiedene Theorien zu dieser Frage. Eine konstruiert eine Landbrücke von Asien über die indonesische Inselwelt und eine andere vermutet, das Australien einst zu einer Zeit warmen Klimas über die Antarktis mit Südamerika zusammenhing.

Australien, das Land der Gifttiere

Australien ist das Land der Gifttiere, nirgendwo sonst leben so viele verschiedene Arten von ihnen. Insbesondere giftige Schlangen scheinen sich auf diesem Kontinent besonders wohl zu fühlen. Australien registriert pro Jahr etwa 3.000 Schlangenbisse, handelt man rechtzeitig, kann mit einem Gegengift die tödliche Bedrohung beseitigt werden.

Doch warum gibt es gerade auf diesem Kontinent so viele giftige Tiere? Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Australiens Beutejäger müssen im dürren und kargen Outback überleben und die Chance auf Nahrung in dieser Region ist gering. So muss praktisch jeder Angriff zum Erfolg führen.

Das Gift entwickelte sich im Laufe der Jahrmillionen so zu einer immer tödlicheren Waffe. Ein einziger Biss eines Taipan reicht z.B. aus, um 100.000 Mäuse zu töten. So passte sich das Leben in Australien auf die Gegebenheiten dieses trockenen Kontinentes an und Australien entwickelte sich zum giftigsten Land der Welt.

Tasmanische Teufel, die letzten großen Beutelraubtiere der Welt

Tasmanien, die Insel vor der Südküste Australiens ist aufgrund seiner Isolation weitestgehend von eingeschleppten Tieren und Krankheiten unberührt geblieben. Allein Aufgrund dieser Tatsache konnte der Tasmanische Teufel auf dieser Insel bis heute überleben. Einst kam der Beutelteufel in ganz Australien vor, gegen die vielen eingeschleppten Tiere der Siedler hatte er jedoch keine Chance zu überleben.

Tasmanische Teufel sind Raubtiere und besitzen ebenfalls wie Australiens Kängurus einen Beutel. Oft wird der Tasmanische Teufel deswegen auch als Beutelteufel bezeichnet. Als Aasfresser tragen Tasmanische Teufel maßgeblich dazu bei, das Ökosystem Tasmaniens im Einklang zu halten.

Tasmaniens Teufel sehen sich heute einer neuen Gefahr gegenüber und ihre Art droht endgültig auszusterben. Über 80 Prozent aller auf Tasmanien lebenden Tiere fielen bereits der neuen Bedrohung zum Opfer. Eine bisher unbekannte und neue Krebsart verbreitet sich rasant über die ganze Insel. Warum gerade Tasmaniens Beutelteufel so anfällig sind hat zwei Gründe. Zum einen sind mittlerweile alle Tasmanischen Teufel auf der Insel irgendwie miteinander verwandt, was das Immunsystem der Tiere schwächt und zum anderen findet die Übertragung der Krankheit durch Bisse statt. Gerade das Kämpfen und Beißen unter Artgenossen liegt aber in der Natur der Teufel. Eine wirksame Medizin gibt es bis heute nicht.

Australiens Hoffnung liegt nun in speziellen Programmen zum Schutz der wenigen gesunden Tiere und in der Aufzucht. Gelingt dies nicht, sind bald die letzten ihrer Art endgültig verschwunden.

Australiens wildlebende Kamele

Einst waren Kamele die idealen Transporttiere der Einwanderer. Mit ihnen konnten die Entdecker bis tief in das Outback von Australien vordringen. Als folgeschwerer Fehler entpuppte sich aber im Laufe der Zeit die Freilassung der nicht mehr benötigten Tiere.

Die Zahl der wildlebenden Kamele beträgt heute mehr als eine Million. Eine Kontrolle ist längst nicht mehr möglich und die einstigen Helfer der Australier sind heute zu einer Plage geworden. Was kann man gegen die vielen Kamele tun? Australiens Regierung gibt gelegentlich den Abschussbefehl und Wurst- oder Fleischhersteller nehmen sich ihrer an. Ob diese Maßnahmen ausreichend sind ist äußerst fraglich.

Australiens Tiere lassen sich in folgende Gruppen einteilen

Beuteltiere

Beuteltiere in Australien

Die Gruppe der Beuteltiere mit den Kängurus, den Wallabys, den Opossums oder den Koalas.

Reptilien

Reptilien in Australien

Die Gruppe der Reptilien mit den Schlangen, den Krokodilen, den Goannas oder den Kragenechsen.

Vögel

Vögel in Australien

Die Gruppe der Vögel mit den Emus, den Kookaburras oder den Rainbow Lorikeets.

Spinnen

Spinnen in Australien

Die Gruppe der Spinnen mit der Redback Spider oder der Trichternetzspinne.

Kloakentiere

Kloakentiere in Australien

Die Gruppe der Kloakentiere mit dem Platypus oder dem Echidna (Kurzschnabeligel).

Plazentatiere

Plazentatiere in Australien

Die Gruppe der Plazentatiere mit dem Dingo, dem Humpback Wal oder dem Südlichen Glattwal.

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