Tiere

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Die australische Landmasse ist eine der ältesten auf der Erde. Das Meer hat sie seit über 50 Millionen Jahren von den anderen Kontinenten abgeschnitten und so fand die Evolution der Tiere auf diesem Kontinent ungewöhnlich lange und ungestört in völliger Isolation statt.

Australien besitzt eine unglaubliche Artenvielfalt an heimischen Tieren, welche von primitiven bis hin zu hoch entwickelten Lebewesen reicht. Einige dieser Tiere sind einzigartige Überlebende einer längst vergessenen Zeit, während andere sich perfekt an eine Umgebung angepasst haben, welche wir Menschen und die meisten Tiere als unbewohnbar betrachten.

Seit der europäischen Kolonialisierung Australiens sind 17 Säugetierarten für immer ausgestorben und mindestens weiter 30 sind bedroht.

Viele eingeschleppte Tiere wie der Fuchs, die Katze, das Schwein, die Ziege, das Kamel, der Esel, der Wasserbüffel, das Pferd, die Amsel oder das Kaninchen wurden frei gelassen und richten großen Schaden sowohl in der heimischen Tierwelt, als auch in der australischen Vegetation an. Füchse und Katzen jagen kleine heimische Säugetiere und Vögel, Kaninchen zerstören riesige Flächen an Land, Schweine tragen Krankheiten mit sich und eingeführte Vögel übernehmen die Lebensräum der heimischen Arten.

Einst waren Kamele die idealen Transporttiere der Einwanderer. Mit ihnen konnten die Entdecker bis tief in das Outback von Australien vordringen. Als folgeschwerer Fehler entpuppte sich aber im Laufe der Zeit die Freilassung der nicht mehr benötigten Tiere. Die Zahl der wildlebenden Kamele beträgt heute mehr als eine Million. Eine Kontrolle ist längst nicht mehr möglich und die einstigen Helfer der Australier sind heute zu einer Plage geworden. Was kann man gegen die vielen Kamele tun? Australiens Regierung gibt gelegentlich den Abschussbefehl und Wurst- oder Fleischhersteller nehmen sich ihrer an. Ob diese Maßnahmen ausreichend sind ist äußerst fraglich.

Der Reisende, der erstmals durch Sydneys oder Melbournes schöne Parks bummelt, wird überrascht sein, alten Bekannten wie Amseln, Spatzen oder Staren zu begegnen. Aber sobald er die Großstädte verlässt, trifft er auf die echte australische Tierwelt.

Inhalt

Australien – Land der Gifttiere

Australien ist das Land der Gifttiere, nirgendwo sonst leben so viele verschiedene Arten von ihnen. Insbesondere giftige Schlangen scheinen sich auf diesem Kontinent besonders wohl zu fühlen. Australien registriert pro Jahr etwa 3.000 Schlangenbisse, handelt man rechtzeitig, kann mit einem Gegengift die tödliche Bedrohung beseitigt werden.

Doch warum gibt es gerade auf diesem Kontinent so viele giftige Tiere? Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach. Australiens Beutejäger müssen im dürren und kargen Outback überleben und die Chance auf Nahrung in dieser Region ist gering. So muss praktisch jeder Angriff zum Erfolg führen.

Das Gift entwickelte sich im Laufe der Jahrmillionen so zu einer immer tödlicheren Waffe. Ein einziger Biss eines Taipan reicht z.B. aus, um 100.000 Mäuse zu töten. So passte sich das Leben in Australien auf die Gegebenheiten dieses trockenen Kontinentes an und Australien entwickelte sich zum giftigsten Land der Welt.

Beuteltiere

Beuteltiere sind Säugetiere, die ihre Jungen in einem Beutel groß ziehen. Sie sind weitestgehend in Australien anzutreffen und in dieser Gruppe mit ca. 120 Spezies sind einige der typischen und wohl bekanntesten Tiere von Australien wie die Kängurus, die Wallabys, die Koalas, die Wombats oder die Opossums zu finden.

Zu den weniger bekannten Beuteltieren zählen die Bandicoots (Nasenbeutler), der räuberische Quoll (Beutelmarder) und der ausgestorbene Tasmanischer Tiger. Junge Beuteltiere sind nach der Geburt zunächst sehr klein und verbringen eine gute Zeit im Beutel, bis sie ausreichend entwickelt sind, um unabhängig von ihrer Mutter zu leben.

Es gibt grabende Formen wie die plumpen und dickwolligen Wombats, es gibt auf dem Boden lebende Formen wie die Kängurus und die meisten Nasenbeutler, es gibt Formen, die in den Felsen der Gebirgsgegenden herum klettern, etwa die Felsenkängurus oder die Wallarus, es gibt ausgesprochene Baumbewohner wie die possierlichen Koalas oder die Baumkängurus und es gibt beim Sprung von Baum zu Baum durch die Luft gleitende Formen wie die Riesenflugbeutler oder die Beutelflughörnchen.

Ähnlich den höheren Säugetieren haben sich auch die Beuteltiere in ihrer Ernährung ihren Lebensräumen angepasst. Unter ihnen befinden sich Tiere, die sich auf Insekten spezialisiert haben, andere, die ausschließlich Fleisch vertilgen, Formen, die sich von Pflanzenkost ernähren, und ausgesprochene Allesfresser.

Känguru

Kängurus sind wohl die berühmtesten Beuteltiere Australiens und jeder der nach Australien kommt, möchte sie durch das Outback springen sehen. Wie so viele andere Tiere in Australien haben sich auch die Kängurus an das weite, trockene und karge Land angepasst.

Kängurus sind die berühmtesten Säugetiere von Australien und es bedarf, gleichwohl der Name Känguru auf eine Vielzahl von Spezies zutrifft, keine große Beschreibung.

Heute gibt es wesentlich mehr Kängurus in Australien als zu jener Zeit, in der die ersten Europäer ankamen. Grund hierfür sind die Farmen mit ihren Wasserstellen und dem Weideland für Rinder und Schafe. Einige Arten sind jedoch durch schwindende Lebensräume und verwilderte, eingeschleppte Katzen und Füchse vom Aussterben bedroht.

Für die Nahrungssuche müssen sie weite Strecken überbrücken und genau hierfür haben sich ihre Beine besonders entwickelt. Ihre Achillessehnen funktionieren wie Gummibänder, die sich beim Aufprall der Beine am Boden dehnen und beim Absprung die aufgenommene Energie wieder freigeben. So kommt das Känguru beim Hüpfen mit relativ wenig Energie aus.

Känguru Nachwuchs – ein Wunder der Natur
Känguru-Babys sind bei der Geburt nur etwa ein Gramm schwer und kaum größer als ein Fingernagel. Für die Känguru-Mutter ist die Geburt ein leichtes Spiel ohne Komplikationen. Direkt nach der Geburt sucht das Neugeborene sich den Weg in den Beutel, es wird dabei durch spezielle Duftstoffe geleitet. Etwa acht Monate später ist es dann soweit, das junge Känguru verlässt erstmals den Beutel der Mutter.

In dieser Zeit passiert ein einzigartiges Wunder der Natur. Gibt es genug Wasser und Nahrung, kann die Känguru-Mutter ohne sich ein weiteres Mal zu paaren ein zweites Junges bekommen. In ihrem Körper befindet sich bereits eine zweite, befruchtete Eizelle. Sind die äußeren Bedingungen gut, wächst ein weiteres Känguru-Baby heran.

Die beiden Känguru-Geschwister wachsen dann im Abstand von ca. acht Monaten gemeinsam heran. Jedes Känguru hat dabei seine eigene Zitze im Beutel der Mutter, jeweils mit der altersgerechten Muttermilch. So passen sich Kängurus bei der Familienplanung automatisch an die unvorhersehbaren Wetterbedingungen in Australien an.

Rotes Riesenkänguru
Das Rote Riesenkänguru (Macropus rufus) ist das größte und am weitesten verbreitete dieser Art. Ein voll ausgewachsenes Männchen kann bis zu 2,4 Meter lang und 2 Meter hoch werden.

Gewöhnlich sind nur die Männchen rot, Weibchen besitzen häufig ein blau-graues Fell. Ihr Lebensraum erstreckt sich über weite Teile des dürren Outbacks.

Graues Känguru
Das Östliche Graue Känguru (Macropus giganteus) ist in etwa so groß wie das Rote Riesenkänguru und lebt in den trockenen Hartlaubwäldern des südöstlichen Australiens von Queensland bis Tasmanien. Das Westliche Graue Känguru (Macropus fuliginosus) ist seinem östlichen Verwandten sehr ähnlich, lediglich sein Fell ist geringfügig dunkler.

Sein Lebensraum erstreckt sich von den südlichen Regionen Westaustraliens und Südaustraliens über das westliche und zentrale New South Wales bis hin in das westliche Victoria. Gemischte Populationen des Östlichen und Westlichen Grauen Kängurus kommen in Victoria und New South Wales vor, es gibt bisher keine Beweise für natürliche Kreuzungen.

Wallaby

In Australien finden sich die verschiedensten Arten von Wallabies (Notamacropus). Die am häufigsten vorkommenden Tiere in dieser Gruppe sind das Rotnackenwallaby oder Red-necked Wallaby (Macropus rufogriseus), das Flinkwallaby oder Agile Wallaby (Macropus agilis) und das Sumpfwallaby oder Swamp Wallaby (Wallabia bicolor), welche ausgewachsen bis zu 1,70 m lang werden.

Die verschiedenen Arten an Felsen Wallabies (genus Petrogale) sind deutlich kleiner. Sie werden etwa einen Meter lang und bevorzugen felsiges, mit Klippen behaftetes Gelände und sind über ganz Australien verteilt. Eines der am weit verbreitetesten Felsen Wallabies ist das Bürsten-Angebundene Felsen Wallaby oder Brush-tailed Rock-wallaby (Petrogale penicillata), welches bevorzugt entlang der Great Dividing Range im östlichen Australien angetroffen werden kann.

Quokka (Kurzschwanzkänguru)

Das Quokka oder Kurzschwanzkänguru (Setonix brachyurus) ist ein kleines und nachtaktives Säugetier in der Gruppe der Beuteltiere. Es lebt ausschließlich in der südwestlichen Ecke von Westaustralien. Zu seinem Lebensraum zählt auch die Rottnest Island, welche vor Perth gelegen ist. Das Quokka ist auf dieser Insel in besonders großer Zahl anzutreffen. Quokkas sind darüber hinaus sehr gesellige Herdentiere und einzelne Gruppenverbände können aus 100 oder mehr Tieren bestehen.

Baumkänguru

Die zwei australischen Arten an Baumkängurus, das Bennett (Dendrolagus bennettianus) und das Lumholtz (Dendrolagus lumholtzi), besitzen etwa die Größe einer Katze. Sie haben, wie ihr Name schon vermuten lässt, das Leben auf dem Boden aufgegeben und ihren Lebensraum in die Baumkronen verlagert.

Ungleich ihren Artgenossen sind Baumkängurus mit starken Vorderpfoten ausgestattet, gleichzeitig aber eher unbeholfene Kletterer. Beide Spezies der Baumkängurus leben ausschließlich in den Regenwaldgebieten im nördlichen Queensland. Ihr Lebensraum wird durch anhaltende Abholzung des australischen Regenwalds zunehmend kleiner.

Nasenbeutler (Bandicoots) und Kaninchennasenbeutler (Bilby)

Die kleinen rattenähnlichen Nasenbeutler, Beuteldachse oder Bandicoots (Peramelemorphia) und die Bilbies (Macrotis) gehören zu den Hauptopfern der eingeschleppten Haus- und Wildkatzen. Nasenbeutler sind weitgehend nachtaktiv, können aber gelegentlich auch bei Tage, wie sie durch die australischen Büsche hüpfen, gesehen werden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, aber auch einige Pflanzen sind auf ihrem Speiseplan zu finden.

Einer der am häufigsten vorkommenden Nasenbeutler ist der Kleine Kurznasenbeutler oder Southern Brown Bandicoot (Isoodon obesulus), der im östlichen und westlichen Australien zu finden ist. Der Lebensraum andere Nasenbeutler, wie z.B. der des Eastern Barred Bandicoot (Perameles gunni) ist heute auf wenige Gebiete in Australien begrenzt.

Die seltene Kaninchennasenbeutler oder Bilbies (Macrotis lagotis) sind hauptsächlich im Northern Territory zuhause. Bilbies sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in eigens angelegten kleinen Bauen. Ihre Nahrung besteht aus Insekten und deren Larven. Große Anstrengungen wurden für das Überleben dieser Beuteltiere unternommen.

Possum

In Australien gibt es eine enorme Bandbreite an verschiedenen Possums oder, wie sie auch genannt werden, Kletterbeutlern. Sie haben sich an nahezu alle denkbaren Lebensräumen angepasst, darunter auch an die australischen Städte, wo man sie oft in Parks antrifft. In den Vorstadtgebieten übernachten Possums bevorzugt unter geschützten Häuserdächern. Sie ernähren sich von Gartenpflanzen und Essensresten. Possums sind ebenfalls regelmäßige Besucher auf Campingplätzen und bedienen sich ohne zu zögern an allem, was essbar ist und unbeaufsichtigt liegengelassen wird.

Die australischen Possums werden häufig mit Opossums verwechselt (in Amerika beheimatete Beutelratten). Das wahrscheinlich bekannteste aller Possums ist das Fuchskusu oder Common Brushtail Possum (Trichosurus vulpecula), welches nahezu über ganz Australien einschließlich Tasmanien weit verbreitet ist.

Der Kurzkopfgleitbeutler oder Sugar Glider (Petaurus breviceps) ist zwischen den Vorder-und Hinterbeine mit Membranen ausgestattet. Sind diese ausgebreitet, ist der Kurzkopfgleitbeutler in der Lage, im Gleitflug über eine Distanz von bis zu 100 m von einem Baum zum nächsten zu segeln, ohne dabei den Boden zu berühren. Kurzkopfgleitbeutler haben eine ausgesprochene Vorliebe für süße Dinge – Aborigines schmieren Baumstämme mit Honig ein, um diese Tiere anzulocken und dann relativ leicht zu fangen, daher auch der englische Name Sugar Glider.

Koala

Neben dem Känguru ist der australische Koala, oder Aschgrauer Beutelbär (Phascolarctos cinereus), das zweite Tier, welches sofort mit diesem Kontinent in Verbindung gebracht wird. Der Name stammt aus der Aborigine Sprache und bedeutet „kein Wasser“. Die Bezeichnung bezieht sich auf die angebliche Fähigkeit des Koalas, seinen Flüssigkeitsbedarf lediglich durch die Nahrungsaufnahme zu decken. Gleichwohl Koalas gelegentlich ihre Bäume verlassen um an Wasserstellen ihren Durst zu löschen.

Koalas stehen heute unter Naturschutz und ihr Überleben scheint gesichert zu sein. Eine große Anzahl an geschlechtsreifen Weibchen ist von Chlamydien (Bakterien, die zur Unfruchtbarkeit führen) befallen. Ihr kuscheliges Aussehen täuscht über die leicht reizbare Natur der Koalas hinweg. Hinreichend provoziert reagieren sie mit kratzen und beißen.

Ein ausgewachsener Koala misst etwa 70 cm und wiegt rund 10 kg. Das markanteste Merkmal sind seine Ohren und die harte, schwarze Nase.

Koalas fressen nur Blätter einer bestimmten Art von Eukalyptus und sind besonders empfindlich auf Veränderungen in ihrem Lebensraum, welcher sich entlang der Ostküste von Townsville bis Melbourne erstreckt. Zudem sind sie wieder in Südaustralien beheimatet, wo sie einst ausgerottet wurden.

Wombat

Wombats oder Plumpbeutler (Vombatidae) sind langsame, solide und kräftig gebaute, mit breiten Köpfen und kurzen, stumpfen Beinen ausgestattete Beuteltiere. Diese weitestgehend ruhigen und leicht zähmbaren Tiere werden von australischen Farmern mit Erlaubnis der Regierung gezielt gejagt. Wombats richten auf den Farmen durch das Graben von Höhlen und weitreichenden Tunnelsystemen enormen Schaden an. Zudem buddeln sie sich unter Zäunen schlichtweg durch.

Ausgewachsene Wombats sind etwa einen Meter lang und wiegen bis zu 35 kg. Ihre starken Vorderbeine sind ausgezeichnete Grabwerkzeuge, ihre Hinterbeine eignen sich zum wegdrücken der Erde. Die Nahrung von Womabts besteht aus Gräsern, Wurzeln und Baumrinden.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von Wombats. Der am weitesten verbreitete Wombat ist der Nacktnasenwombat oder common wombat (Vombatus ursinus), der in den Waldgebieten des südöstlichen Australien anzutreffen ist. Die beiden anderen Arten sind der seltene und vom Aussterben bedrohte Nördliche Haarnasenwombat oder Northern Hairy-nosed Wombat (Lasiorhinus krefftii) und der Südliche Haarnasenwombat oder Southern Hairy-nosed Wombat (Lasiorhinus latifrons), welcher ebenfalls bedroht ist und im Hinterland der Großen Australischen Bucht (Great Australian Bight) lebt.

Quoll

Der befleckte Quoll oder Beutelmarder (genus Dasyurus) wird oft als die heimische Katze Australiens bezeichnet und besitzt etwa die gleiche Größe wie die europäische Hauskatze. Der Quoll ist wahrscheinlich der effizienteste Beutejäger in Australien. Als nachtaktives Tier verbringt er die meiste Zeit auf Bäumen und ist deshalb äußerst schwer zu entdecken.

Zur Gruppe der Quolls zählt der Tüpfelbeutelmarder (auch Östliche Beutelmarder) oder Eastern Quoll (Dasyurus viverrinus), der Schwarzschwanz-Beutelmarder (auch Westliche Beutelmarder) oder Western Quoll (Dasyurus geoffroii) und der Nördliche Beutelmarder oder Northern Quoll (Dasyurus hallucatus).

Der Tüpfelbeutelmarder ist auf dem australischen Kontinent weitestgehend ausgestorben, eine größere Anzahl findet sich lediglich auf Tasmanien. Der Riesenbeutelmarder oder Fleckschwanzbeutelmarder, im Englischen tiger quoll oder spotted-tail quoll (Dasyurus maculatus) ist einer der wildesten Jäger im australischen Busch und ernährt sich ausschließlich von Fleisch.

Tasmanischer Teufel (Beutelteufel)

Der Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) ist der größte lebende Vertreter der Raubbeutler (Dasyuridae) in Australien. Der Beutelteufel lebt heute nur noch auf Tasmanien, daher auch der wesentlich bekanntere Name Tasmanischer Beutelteufel oder Tasmanischer Teufel. Er ist ein reiner, nachtaktiver Fleischfresser und sein jaulen und knurren wirkt sehr bedrohlich.

Ein Leben als Tasmanischer Teufel beginnt bereits im Beutel der Mutter mit kämpfen, beißen und sich durchsetzen. Pro Wurf streiten sich zwischen 20 und 40 kleine Beutelteufel um gerade Mal 4 Zitzen. Auch später müssen sich erwachsene Tasmanische Teufel beweisen. Vor der Paarung muss das Männchen das auserwählte Weibchen im Zweikampf besiegen. So stellt das Weibchen sicher, dass der Vater ihrer Jungen stark genug ist.

Tasmanische Teufel, die letzten großen Beutelraubtiere der Welt
Tasmanien, die Insel vor der Südküste Australiens ist aufgrund seiner Isolation weitestgehend von eingeschleppten Tieren und Krankheiten unberührt geblieben. Allein Aufgrund dieser Tatsache konnte der Tasmanische Teufel auf dieser Insel bis heute überleben. Einst kam der Beutelteufel in ganz Australien vor, gegen die vielen eingeschleppten Tiere der Siedler hatte er jedoch keine Chance zu überleben.

Tasmanische Teufel sind Raubtiere und besitzen ebenfalls wie Australiens Kängurus einen Beutel. Oft wird der Tasmanische Teufel deswegen auch als Beutelteufel bezeichnet. Der Körper des Tasmanischen Teufels ist vollständig schwarz, lediglich ein weißer Streifen verläuft über die Brust. Er wird rund 60 cm lang, der Schwanz ist etwa 25 cm. Die Nahrung des Tasmanischen Teufels besteht aus kleinen Vögeln, kleinen Säugetieren, Insekten und Aas – als Aasfresser tragen Tasmanische Teufel maßgeblich dazu bei, das Ökosystem Tasmaniens im Einklang zu halten.

Tasmaniens Teufel sehen sich heute einer neuen Gefahr gegenüber und ihre Art droht endgültig auszusterben. Über 80 Prozent aller auf Tasmanien lebenden Tiere fielen bereits der neuen Bedrohung zum Opfer. Eine bisher unbekannte und neue Krebsart verbreitet sich rasant über die ganze Insel. Warum gerade Tasmaniens Beutelteufel so anfällig sind hat zwei Gründe. Zum einen sind mittlerweile alle Tasmanischen Teufel auf der Insel irgendwie miteinander verwandt, was das Immunsystem der Tiere schwächt und zum anderen findet die Übertragung der Krankheit durch Bisse statt. Gerade das Kämpfen und Beißen unter Artgenossen liegt aber in der Natur der Teufel. Eine wirksame Medizin gibt es bis heute nicht.

Australiens Hoffnung liegt nun in speziellen Programmen zum Schutz der wenigen gesunden Tiere und in der Aufzucht. Gelingt dies nicht, sind bald die letzten ihrer Art endgültig verschwunden.

Numbat (Ameisenbeutler)

Der Ameisenbeutler oder Numbat (Myrmecobius fasciatus) ist ein kleiner Exot unter den Beuteltieren, da sie zum Einen keinen Beutel haben und zum Anderen tagaktiv sind. Der Numbat besitzt ein auffallend rostrotes Fell mit sechs oder sieben weißen Querstreifen auf dem hinteren Rücken. Ausgewachsene Numbats erreichen etwa die Größe einer Ratte und wiegen rund ein halbes Kilogramm.

Numbats leben im südwestlichen Australien in den Wandoo Eukalyptuswäldern (Eucalyptus wandoo). Sie hausen bevorzugt in gefallen und ausgehöhlten Wandoo Bäumen. Die Zahl der Numbats schwindet, auch sie sind vom Aussterben bedroht.

Reptilien

Australiens Reptilien nehmen durch die Tatsache, dass es keine echten Vipern mit aufstellbaren Giftzähnen gibt, eine Sonderstellung ein. Alle Giftschlangen dieses Kontinents sind Giftnattern, deren große Fangzähne fest vorne im Oberkiefer stehen.

Darunter ein paar Arten mit tödlich wirkendem Biss, so die Tiger Snake, die äußerlich an eine Viper erinnernde Todesotter oder der bis zu 4 Meter lange Taipan.

Schlangen

Australiens Schlangen sind generell scheu und vermeiden den Kontakt mit Menschen. Der Biss von ein paar wenigen ist für den Menschen tödlich. Die gefährlichsten unter den in Australien vorkommenden Schlangen sind der Taipan und die Tiger Snake (Tigerotter).

Zudem sollte man den Todesottern, den Copperheads (Kupferkopfschlangen), den Brown Snakes (Braunschlangen) und den mit einem rötlichen Bauch versehene Black Snakes aus dem Weg gehen.

Tiger Snakes sind sehr aggressiv und greifen den Menschen an.

Krokodile

Salzwasserkrokodile standen und stehen mit ihrer abscheulichen Angewohnheit, Menschen mit in ihren Speiseplan aufzunehmen, in den Schlagzeilen. Die Reaktion weißer Dilettanten folgte mit Untersuchungen dieser gefährlichen Krokodile in der Wildnis.

Der Auftrag und das Ziel war es, die wilden und gefährlichen Plätze für die Menschheit sicherer zu gestalten. Natürlich sind diese dann nicht mehr wild. Genauso schwierig zu begreifen ist die scheinbar automatische und tatsächliche Reaktion der Verantwortlichen, jeden Täter zu jagen und jedes Krokodil, verantwortlich für seinen natürlichen Tatendrang, zu töten.

Wie auch immer die Sicht auf das Essverhalten der Krokodile gerichtet ist, heutzutage muss das Gesamtbild bei Diskussionen über diese Kreaturen auf unserer Erde mit in Betracht gezogen werden. Ob Mensch, Krokodil oder jedes andere Wesen, es macht keinen Sinn Urteil über sie zu fällen ohne die ganze ökologische Sparte mit einzubeziehen.

Jedes Krokodil ist territorial. Es besitzt eine eigene Persönlichkeit und einige seiner Artgenossen verhalten sich aggressiver gegenüber Eindringlingen als andere. Malcolm Douglas, Besitzer einer Krokodilfarm in Broome und Abenteuerfilmer, demonstriert dies seinen Zuschauern, indem er eine Plastikkugel über den Sicherheitszaun und über das ruhige Wasser eines Tümpels wirft.

Sobald der Fremdkörper die Oberfläche leicht berührt, explodiert der Tümpel augenblicklich in eine zerstörirische Raserei, eine schäumende Fülle an Wasser, gemischt mit glänzender Panzerhaut und Zähnen.

Die Demonstration liefert einen wahren Einblick in die letzten Minuten derer, die ein Glücksspiel dadurch betrieben, dass sie in dem von Krokodilen bewohnten Gewässer trotz Warnhinweise schwammen und verloren.

Sicherheitshinweisschilder mit Schwimmverboten müssen befolgt werden und sind der beste Schutz.
Entfernt oder zerstört man Warnschilder, kommt dies einer Menschenabschlachtung gleich.

Frischwasser- und Salzwasserkrokodile
Es gibt zwei Arten an australischen Krokodilen: “Salties und Freshies“. Das Frischwasserkrokodil (Crocodylus johnstoni) wird nahezu allgemein als ungefährlich betrachtet. Es ist in der Wildnis sicherlich weitestgehend ängstlich und zurückhaltend. Nicht so das Salzwasserkrokodil (Crocodylus porosus), welches wesentlich größer als das Frischwasserkrokodil wird und Menschen durchaus als Mahlzeit betrachtet.

Einige Fachleute bevorzugen den Gebrauch des Terms “Estuarine“ mehr als “Salzwasserkrokodil“, da diese Spezies mehr als 100 km flussaufwärts in den Frischwassern des Inlandes gesichtet wurde.

Die Zähne eines ausgewachsenen Salzwasserkrokodils eignen sich ideal für Mahlzeiten hauptsächlich aus Schlammkrabben, Schildkröten und gelegentlich Vögeln oder Säugetieren bestehend.

Die Zähne von Frischwasserkrokodilen sind aufgrund ihrer kleineren Beute feiner ausgelegt. Krokodile besitzen kleine Mägen und benötigen nur einmal pro Woche Nahrung: sie lagern ihre Beute unter Wasser um den Rest für eine spätere Mahlzeit aufzuheben und nicht weil sie verrottetes Fleisch bevorzugen.

Die wachsende Zahl an Krokodilfarmen in Westaustralien, dem Northern Territory und Queensland ist eine Reaktion auf die Verschiebung von Appendix 1 nach Appendix 2 der CITES-Bestimmungen über australische Salzwasserkrokodile. CITES ist die Konvention auf internationalen Handel mit Bedrohten Arten in der Flora und Fauna. Die anpassungsfähigere Appendix 2 erlaubt begrenzten kommerziellen Gebrauch an Wildbeständen unter genauen Vorschriften und Prüfungen. Neben Handtaschen, Schuhen und Steaks stellen Krokodilfarmen eine nützliche Grundlage für wissenschaftliche Forschungen und nahen, sicheren Zugang für Touristen an Krokodile.

Dennoch, es gibt nichts Vergleichbares wie das aufregende Gefühl dem ersten wildlebenden Krokodil – von einem sicheren Aussichtspunkt aus – zu begegnen. Ein alter Fischer im Hafen von Wyndham in der Kimberley meint dazu: „Jeder kommt hierher, und sie alle wollen Krokodile sehen. Ein paar wenige finden heraus, dass das Einzige was schlimmer ist als kein Krokodil zu sehen, eines unerwartet zu begegnen, ist.“

Panzerechsen aus der Urzeit
Das Krokodil ergreift seine Beute mit seinem mächtigen Rachen gewöhnlich um die Schnauze. Wenn es sein Opfer nicht vollständig verschlingen kann, reißt das Krokodil große Stücke lebendigen Fleisches mit einem schnell drehenden Körper, begleitet durch eine gewalttätige Bewegung seiner Kiefer, heraus.

Eigentlich zerkauen Krokodile nicht ihre Beute – zumindest nicht wie wir es tun – sie zermahlen oder zerknirschen große Mundstücke, ihre Zähne weichen dabei das Fleisch auf, während die gewaltigen Kiefer die Knochen zerquetschen und es so dem Reptil ermöglichen, das Essen im Ganzen zu schlucken.

Augen, Ohren und Nasenlöcher sind erhoben und befinden sich oben auf dem Kopf. Es erlaubt dem Reptil vorübergehend knapp unter der Wasseroberfläche, mit nur eben diesen drei Punkten sichtbar, zu verweilen; wenn es entdeckt wird taucht das Tier mit kaum sichtbaren Spuren auf der Wasseroberfläche ab. Unter Wasser bleiben die Augen offen, geschützt durch transparente Membrane die, sobald das Reptil auftaucht, zurückgezogen werden.

Die Körpertemperatur aller Reptilien wird durch die Luft- und Wassertemperatur bestimmt. Anders wie Menschen können Krokodile nicht transpirieren um sich bei Hitze abzukühlen, noch können sie zittern um die Körperwärme zu erhöhen. Sie müssen ihre Körpertemperatur durch Sonnen- oder Wasserbäder, abhängig von der Umgebungstemperatur, regulieren. Die wärmenden Sonnenstrahlen erhöhen die Körpertemperatur und fördern unter anderem die Verdauung der letzten, nächtlichen Nahrungsaufnahme (Krokodile sind zumeist nachtaktiv).

Man sollte nicht annehmen, das nur weil kein Krokodil sichtbar ist, man sich in Sicherheit befindet: ein ausgewachsenes Krokodil kann bis zu einer Stunde unter Wasser verweilen und sich unbemerkt am Boden des Flusses, Geräuschen oder Planschereien nähern. Sollte das Wasser etwas trübe sein ist es unmöglich das Tier zu entdecken, auch wenn ein Beobachtungsposten aufgestellt wird.

Schädel- und Zahnstruktur der Krokodile
Die Zähne eines Krokodils sind am Ansatz hohl, mit einem kleineren Zahn im Inneren. Dieser nimmt im Falle eines Zahnbruches oder einer Krankheit unmittelbar den Platz des äußeren ein.

Wie bei allen Wirbeltieren hängt auch der Unterkiefer von Krokodile an ihrem Schädel. Häufig sind Krokodile mit offenem Mund an Sandbänken liegend zu beobachten: ihr Unterkiefer verweilt auf dem Grund, während der Oberkiefer durch den erhobenen Kopf in die Luft ragt. Dies ist offensichtlich die Grundlage berühmter Mythen, in denen der Oberkiefer das bewegliche Teil des Schädels ist.

Die Schädel- und Zahnstruktur des Frischwasserkrokodils fällt weniger gewaltig wie die der Estuarine Spezies aus.

Gestützt auf den überwiegenden Fischverzehrer ist die Kraft um zu zermalmen nicht so entscheidend wie eine schlanke Schnauze für Unterwassermanöver und feinere, schärfere Zähne für das Fangen und Halten von Fischen.

Der Unterschied zu den Salzwasserkrokodilen
Die wuchtige Schädelstruktur des Salzwasserkrokodils zeigt hingegen längere, gekrümmte Zähne, zunehmend an der Spitze des schweren Schädels.

Sie ermöglichen dem Reptil das Opfer in einem schraubstockähnlichen Griff zu packen. Es schüttelt dann seinen Kopf von einer Seite auf die andere oder wirft seinen Körper in eine gewaltige Rollbewegung mit der Bemühung, Teile des Frischfleisches auszureißen und sie im Ganzen zu verschlucken.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Krokodilen in Australien: die äußerst gefährlichen Salzwasserkrokodile, von den Einheimischen auch Salties genannt, und die weniger aggressiven Frischwasserkrokodile oder Freshies. Da beide Arten in Nordaustralien zuhause sind, ist es wichtig den Unterschied zu kennen.

Salzwasserkrokodile
Salzwasserkrokodile leben trotz ihres Namens nicht ausschließlich im Salzwasser. Sie folgen den Flussmündungen an der Küste viele Kilometer in das Inland. Gelegentlich kann man sie sogar in permanenten Frischwassergebieten mehr als 100 km landeinwärts antreffen.

Salzwasserkrokodile werden bis zu 7 Meter groß und sind sehr gefährlich, sie attackieren und töten Menschen.

Frischwasserkrokodile
Frischwasserkrokodile sind wesentlich kleiner als Salzwasserkrokodile und jedes Krokodil über vier Meter sollte prinzipiell als Salzwasserkrokodil betrachtet werden. Freshies sind zudem deutlich feiner im Körperbau, mit einer schmaleren Schnauze und kleineren Zähnen. Frischwasserkrokodile greifen für gewöhnlich keine Menschen an, gleichwohl sollten Kinder von ihnen ferngehalten werden, da sie bei Gefahr beißen.

Eidechsen

Goanna (Waran)
Goannas sind große, gelegentlich aggressive, bis zu zwei Meter lange Echsen. Mit ihrer gespaltenen Zunge und dem lauten Zischen können sie äußerst furchterregend sein und wollen nicht gestört werden. Der größte unter den Goannas ist der fleischfressende Riesenwaran (Varanus giganteus), welcher im zentralen Australien zu finden ist.

Kragenechse
Die Kragenechse (Chlamydosaurus kingii) ist die berühmteste ihrer Art und ist überwiegend im Buschland im östlichen und nördlichen Australien anzutreffen. Der Kragen besteht aus einem losen Hautlappen, welcher normalerweise flach um den Hals hängt.

Wenn die Echse bedroht wird, errichtet sie ihren Kragen und öffnet den Mund weit um bedrohlicher auf die mögliche Gefahr zu wirken. Bei der Flucht richtet sie sich gerne auf den Hinterbeinen auf und läuft wie ein kleiner Dinosaurier zweibeinig dahin.

Vögel

Australiens Vogelwelt, mit über 750 bekannten Spezies, ist so bunt wie artenreich und endemisch. Honigfresser etwa benutzen ihre lange, mit bürstenpinselförmiger Spitze versehene Zunge zum Auflecken von Nektar und Pollen. Flötenvögel und Würgatzel gehören zu den besten gefiederten Sängern der Erde.

Der Kookaburra, dessen Rufe wie heiteres Lachen klingen, sucht im Wald nach Schlangen, Echsen und Jungvögeln. Leierschwänze tanzen und singen in den Eukalyptuswäldern nahe Melbourne zur Balzzeit auf flachen Erdhügeln, wobei sie den leierförmigen Schwanz hoch über den Kopf erheben und die Rufe vieler anderer Vögel nachahmen.

Die kleineren Inseln vor der Küste dienen unübersehbaren Scharen von Meeresvögeln, wie den Meersturmschwalben, den Australischen Austernfischern, den Australischen Tölpeln oder den Zwergpinguinen, als Brutplätze.

Emu

Der Emu (Dromaius novaehollandiae) ist ein struppig gefederter Laufvogel und kann bis zu zwei Meter groß werden. Der einzige Vogel auf der Welt, der noch größer wird als der Emu, ist der afrikanische Vogelstrauß, welcher ebenfalls flugunfähig ist. Emus leben über den gesamten australischen Kontinent verteilt, jedoch stets weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sein Lebensraum erstreckt sich von den sandigen Dünen, über die trockenen Ebenen im Landesinneren bis hin zu den tropischen Wäldern im Norden von Australien.

Das Emu-Weibchen legt die 6 bis 12 großen, dunkelgrünen Eier zwischen den Monaten Oktober und April. Anschließend brütet das Männchen diese aus und zieht die Jungtiere über die nächsten sechs Monate groß.

Emus ernähren sich überwiegend von Früchten, Samen und den frischen Trieben bei Pflanzen. Zudem finden sich auf ihrem Speiseplan die verschiedensten australischen Insekten wieder.

Kookaburra (Der lachende Hans)

Der lachende Kookaburra (Dacelo novaeguinae) ist in den Küstenregionen Australiens weit verbreitet. Besonders häufig trifft man ihn im Osten und Südwesten des Landes an. Der Blauflügel-Kookaburra oder Blue-winged Kookaburra (Dacelo leachii) lebt in den nördlichen Küstenwäldern. Kookaburras sind die größten Mitglieder in der Familie der Eisvogel. Den Kookaburra kann man ebenso häufig hören wie man ihn sehen kann, dabei kann man seinen lauten, gackernden Lachen nicht entkommen.

Ein Kookaburra kann sehr zahm werden und belohnt dies mit regelmäßigen, wiederkehrenden Besuchen. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine hervorragende Mahlzeit, die freundlicherweise vom australischen Hauseigentümer stets bereitgestellt wird.

Bowerbird (Laubenvogel)

Die stämmigen, dickschnabeligen Bowerbirds, von denen es mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Arten gibt, sind durch ihr einzigartiges Verhalten während der Paarungszeit bekannt. Die farbenprächtigen Männchen bauen in dieser Zeit eine einzigartige Laube. Sie schmücken diese mit den verschiedensten farbigen Objekten aus. Ist die Laube fertig dekoriert ist es das Ziel, das weitaus weniger auffällige Weibchen anzulocken. Ist das Bowerbird Weibchen von der ordentlich gebauten Laube und seiner Einrichtung beeindruckt, zieht es ein. Sind die beiden einmal verpaart, hat sich all die harte Arbeit für das Männchen gelohnt und die Laube wird dem Weibchen überlassen. Die drei häufigsten Bowerbird Arten sind der Graulaubenvogel oder Great Bowerbird (Chlamydera nuchalis), der Fleckenlaubenvogel oder Spotted Bowerbird (Chlamydera maculata) und der Seidenlaubenvogel oder Satin Bowerbird (Ptilonorhynchus violaceus).

Australian Magpie (Elster)

Die schwarz-weiße australische Magpie oder Elster (Cracticus tibicen) ist eine der am weitesten verbreiteten Vogelarten in Australien. Magpies sind praktisch in ganz Australien anzutreffen. Einer der markantesten Klänge im australischen Busch ist der melodiöse Gesang der Magpie, der zu jeder Tageszeit, jedoch besonders häufig in der Morgendämmerung, zu hören ist. Ein weniger schöner Zug der Magpie ist die Art und Weise, wie sie sich auf Menschen stürzt, wenn diese sich im Frühjahr zu dicht an ihr Nest, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, wagen. Die verschiedenen Arten der Australian Magpie sehen für das ungeübte Auge alle sehr ähnlich aus, sie unterscheiden sich aber in der Anordnung ihrer schwarzen und weißen Markierungen.

Keilschwanzadler (Wedge-tailed Eagle)

Der Keilschwanzadler oder Wedge-tailed Eagle (Aquila audax) ist Australiens größter Raubvogel. Er hat eine Spannweite von bis zu zwei Metern und ist durch seinen markanten, keilförmigen Schwanz leicht im Flug auszumachen. Keilschwanzadler kann man oft im Outback Australiens beobachten, entweder wie sie durch die Thermik in große Höhen aufsteigen oder wie sie sich von Tierkadavern an den Straßenrändern ernähren.

Leierschwanz (Lyrebird)

Der prachtvolle und zugleich sehr scheue Leierschwanz oder Lyrebird (Menura novaehollandiae) ist ein ausschließlich auf dem Boden lebender Vogel im Regenwald des südöstlichen Australiens. Das Männchen besitzt Schwanzfedern die, wenn es ein Weibchen anlocken und imponieren möchte, im aufgestellten Zustand an die Form einer Leier erinnern. Der ähnliche Albert-Leierschwanz oder Albert’s Lyrebird (Menura alberti) ist in den Regenwäldern im südlichen Queensland und im nördlichen New South Wales zuhause. Leierschwänze können wunderschöne Gesänge von sich geben und sind zudem wahre Meister der Imitation.

Jabiru

Der Jabiru oder Black-necked Stork (Ephippiorhynchus asiaticus) ist im gesamten nördlichen und östlichen Australien anzutreffen. Gleichwohl ist es schwer ihn ausfindig zu machen.

Der Jabiru ist wenn er aufrecht steht über einen Meter hoch und besitzt einen fast schillernden, grün-schwarzen Hals, einen schwarz-weißen Körper und orangefarbene Beine.

Spaltfußgans (Magpie Goose)

Die Spaltfußgans oder Magpie Goose (Anseranas semipalmata) ist häufig in den tropischen Feuchtgebieten Nordaustraliens anzutreffen. Jedes Jahr im Oktober, am Ende der Trockenzeit und wenn die Wasserreserven immer knapp werden, versammeln sie sich in großen Gruppen an den stetig zurückweichenden Wasserstellen in den Feuchtgebieten.

Brolgakranich (Brolga)

Der Brolgakranich oder Australischer Kranich (Grus rubicunda) ist ein Vogel der häufig in den Feuchtgebieten im Norden und in geringerem Maße im Osten von Australien zuhause ist. Stehend erreicht der Brolgakranich eine Höhe von über einem Meter. Er ist überwiegend grau mit einer markanten roten Kopffärbung.

Trauerschwan (Black Swan)

Der Trauerschwan oder Schwarzschwan, im englischen Black Swan (Cygnus atratus) ist häufig auf Gewässern vom Top End Australiens bis nach Tasmanien zu beobachten. Trauerschwäne sind beinahe völlig schwarz und fühlen sich in großen Scharen in der Nähe von Süß- oder Brackwasser besonders wohl. Schwarzschwäne nisten im Schilf oder auf kleinen Inseln in den Seen und beide Elternteile übernehmen abwechselnd das ausbrüten der Eier.

Papageien, Rosellasittiche und Kakadus

Es gibt eine erstaunliche Vielfalt dieser Vögel in Australien. Einige, wie der Rosakakadu (Galah), besitzen ein ziemlich schlichtes Federkleid, während andere bunte Färbung haben.

Wieder andere besitzen ein schlichtes, weißes Federkleid mit einer gelben Haube. Diese freilebenden Gelbhaubenkakadus (Cacatua galerita) können sehr zahm werden und sind dann, bei entsprechender Fütterung, regelmäßige Besucher des Tierliebhabers.

Rosellasittich (Rosella)
Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Arten der Rosellasittiche (Platycercus), die meisten von ihnen sind hell leuchtend gefärbt und haben, wenn es um einen kleinen Snack geht, keine Angst vor Menschen. Der überwiegend rot, gelb und bläulich gefärbte Rosellasittich oder Eastern Rosella (Platycercus eximius) ist die am weitesten verbreitete Spezies.

Der Rosellasittich ist im gesamten ländlichen Raum von Südost-Australien anzutreffen.

Rosakakadu (Galah)
Der Rosakakadu oder Galah (Cacatua roseicapilla) ist, wie sein Name unschwer vermuten lässt, überwiegend rosa gefärbt und mit gräulichen Flügeln ausgestattet. Der Rosakakadu zählt zu den am häufigsten vorkommenden Vögeln in Australien und kann oft am Straßenrand, wie er nach Saatgut in den Felder pickt, gesichtet werden.

Rainbow Lorikeet (Allfarblori)
Der Allfarblori oder Rainbow Lorikeet (Trichoglossus haematodus) ist so extravagant gefärbt, dass es schwer vorstellbar ist, wie leuchtend der blaue Kopf, die orangefarbene Brust und der grüne Körper wirklich sind. Man muss diesen australischen Vogel mit seinen eigenen Augen gesehen haben.

Allfarblori, oder gelegentlich auch als Keilschwanzlori bezeichnet, besitzen für das Extrahieren von Nektar aus Blüten eine pinselähnliche Zunge.

Black Cockatoo (Rabenkakadu)
Es gibt insgesamt sechs verschiedene Arten an Rabenkakadus (Calyptorhynchus). Der am häufigsten vorkommende ist der große Banks-Rabenkakadu oder Red-tailed Black Cockatoo (Calyptorhynchus banksii) und der Gelbohr-Rabenkakadu oder Yellow-tailed Black Cockatoo (Calyptorhynchus funereus).

Spinnen

In Australien gibt es einige für den Menschen unangenehme und bösartige Spinnen, wie zum Beispiel die Trichternetzspinne, die Redback Spider oder die White-tailed Spider. Daher sollte generell nicht mit Spinnen gespielt werden. Die Trichternetzspinne kommt in New South Wales vor und ihr Biss wird im selben Maße wie ein Schlangenbiss behandelt.

Der Biss einer Redback Spider sollte zunächst mit Eis gekühlt werden, anschließend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Redback Spider (Rotrückenspinne)

Die Redback Spider (Latrodectus hasselti) ist Australiens berüchtigtste Spinne. Die Redback Spider ist glänzend Schwarz mit einem roten Streifen entlang ihres Rückens. Holzhaufen, Gartenhütten oder Campkitchens sind beliebte Orte an denen die Redback Spider anzutreffen ist.

Der Biss der weiblichen Redback Spider führt zu Krämpfen und Schmerzen und kann, falls die Lähmungserscheinungen das Atemzentrum betreffen, für den Menschen tödlich enden. Die männlichen Artgenossen sind nicht aggressiv und harmlos.

Die Zahl der Rotrückenspinnen in Australien ist seit Ankunft der ersten Siedler dramatisch angestiegen. Scheinbar findet sie optimale Bedingungen in den Häusern der Australier – trocken, geschützt und mit einem ausreichenden Nahrungsangebot.

Trichternetzspinne (Funnel-web spider)

Die Trichternetzspinne (Atrax robustus) ist eine große und sehr aggressive, auf dem Boden lebende Spinne. Sie kommt überwiegend in New South Wales vor. Trichternetzspinnen aus der Umgebung von Sydney sind besonders giftig, ihr Biss kann für den Menschen fatale Folgen haben. Unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Kloakentiere

Die Kloakentiere werden oftmals als lebende Fossile bezeichnet und obwohl sie einige verblüffende Merkmale von Reptilien aufweisen, wie das legen von Eiern, werden sie heute nicht mehr als nur eine primitive Stufe in der Säugetierentwicklung betrachtet.

Sie haben heute ihre eigene Klassifizierung in der Gruppe der Säugetiere. In diese Gruppe gehören nur zwei Tiere, der Platypus welcher ausschließlich in Australien zu finden ist und der Echidna, welcher zudem im Hochland von Papua Neu Guinea zuhause ist. Die frisch geschlüpften Jungtiere werden mit Milch gesäugt. Beide Tiere sind in ihrem Lebensraum weit verbreitet.

Platypus

Der Platypus (Ornithorhynchus anatinus) ist für sein Leben, welches zur Hälfte im Wasser stattfindet, sehr gut ausgestattet. Er besitzt einen Schnabel ähnlich einer Ente, welcher aber gänzlich weich ist, kurze Beine, mit Schwimmhäuten versehene Füße und einen kurzen, dem Biber ähnlichen Schwanz.

Ausgewachsene Männchen werden ungefähr 50 cm lang (ohne den 10 bis 13 cm langen Schwanz eingerechnet) und wiegen bis zu 2 kg. Weibchen sind geringfügig kleiner und leichter.

Ein Platypus verbringt die meiste Zeit seines Lebens in den umfangreichen Höhlen, welche er entlang der Flussbänke anlegt. Für den Rest des Tages ist er im Wasser auf Futtersuche oder genießt ein Sonnenbad auf dem Trockenen. Sein Speiseplan besteht hauptsächlich aus kleinen Schalentieren, Würmern oder Kaulquappen. Der Platypus ist im östlichen Australien und auf Tasmanien anzutreffen.

Echidna (Kurzschnabeligel)

Der mit einem kurzen Schnabel ausgestattete Echidna (Tachyglossus aculeatus) ist ein kleiner Monotrem, welcher auf dem Rücken mit langen, scharfen Stacheln bedeckt ist. Voll ausgewachsen wiegt er etwa 4,5 kg und wird bis zu 45 cm lang.

Die verlängerte Schnabelähnliche Schnauze ist etwa 7,5 cm lang und beinhaltet eine lange Zunge die er bis zu 15 Zentimeter heraus peitschen lassen kann – perfekt um seine Lieblingsspeise bestehend aus Ameisen und Termiten einzufangen.

Beim ersten Anzeichen von Gefahr buddelt der Echidna seinen Körper im Boden ein und präsentiert die gewaltigen Stacheln. Der Lebensraum der kurzschnabligen Echidnas ist weitreichend, von heißen, trockenen Wüsten bis hin zu Höhenregionen von 1.800 m in den Australischen Alpen (Berge im Hinterland von Südostaustralien).

Plazentatiere

Die größte Säugetiergruppe auf der Welt ist die Fraktion der Plazentatiere. Zu den australischen Tieren dieser Gruppe gehören alle Meeressäugetiere und die letzten natürlichen Eindringlinge, welche vor über 15 Millionen Jahren ankamen. Zu ihnen zählen die vielen verschiedenen Arten von Fledermäusen und Nagetieren, sowie der heimische Dingo.

Dingo

Dingos (Canis familiaris dingo) werden oftmals als die einheimischen, australischen Hunde bezeichnet. Vermutlich wurde sie vor etwa 6.000 Jahren in Australien eingeführt und durch die Ureinwohner gezähmt. Sie unterscheidet sich vom häuslichen Hund indem sie mehr heulen als bellen und sich nur einmal pro Jahr fortpflanzen – was eher auf die Abstammung von Wölfen schließen lässt.

Dingos ernähren sich hauptsächlich von Hasen, Ratten und Mäusen. In Zeiten von Nahrungsknappheit attackieren sie auch Schafe oder Kälber und werden für diese Eigenschaft von Farmern als Schädlinge betrachtet.

Bemühungen, die Zahl der Dingos zu kontrollieren, verliefen zumeist erfolglos.

Meeressäugetiere

Auch die australischen Meeressäugetiere gehören zur Gruppe der Plazentatiere.

Humpback Wal (Buckelwal)
Der gewaltige Humpback Wal (Megaptera novaeangliae) ist ein wiederkehrender Besucher Australiens und es ist eine wahre Freude dieses Tier an der Ost- und Westküste zu entdecken und zu beobachten. Er zieht dabei von seinen Futterstellen in den Polarregionen in nördlicher Richtung um sich im Winter in den subtropischen Gewässern fortzupflanzen.

Ausgewachsene Humpback Wale werden 14 bis 19 Meter lang und können ein Alter von über 30 Jahren erreichen.

Südlicher Glattwal (Southern Right Whale)
Der Südliche Glattwal (Eubalaena australis) erhielt seinen englischen Name durch die Tatsache, dass er einst der “richtige Wal“ zum Jagen war. Dies führte beinahe zum Aussterben des Südlichen Glattwals und erst ein Verbot des Walfanges führte wieder zur Rückkehr dieses Tieres in australisches Gewässer. Der Südliche Glattwal kann in der Großen Australischen Bucht beobachtet werden. Er ist gut durch seinen stark nach unten geneigten Mund mit seinen langen Barten, diese filtern das Wasser nach Plankton, zu erkennen.

Dugong (Seekuh)
Der Dugong (Dugong dugon) ist ein rein pflanzenfressendes Meeressäugetier und allgemein als Seekuh bekannt. Man trifft den Dugong entlang der nördlichen Küstenlinie von Australien zwischen der Shark Bay in Westaustralien und dem Great Barrier Reef in Queensland an. Die Population in der Shark Bay wird auf über 10.000 Tiere geschätzt, dies entspricht etwa 10 Prozent aller Seekühe auf der Welt. Der Dugong hält sich im flachen, tropischen Gewässer auf, wo er sich von Seegras ernährt.

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