Wetter

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Australien liegt auf der südlichen Hemisphäre und somit sind die Jahreszeiten und damit das Wetter dem der europäischen und nordamerikanischen Länder entgegengesetzt. Der Sommer beginnt im Dezember, der Herbst im März, der Winter im Juni und der Frühling im September.

Im Dezember ist es ungewöhnlich heiß und viele Australier verbringen ihren Weihnachtsurlaub am Strand, während in den Monaten Juli und August der Winter seinen Höhepunkt erreicht.

Die klimatischen Extreme sind in den meisten Teilen Australiens jedoch schwach ausgeprägt. In Melbourne, der südlichsten Hauptstadt auf dem Hauptland, fällt das Thermometer selten unter den Gefrierpunkt. Das weiter südlich liegende Tasmanien hingegen erfährt kältere Temperaturen.

Weiter in Richtung Norden werden die saisonbedingten Schwankungen im Wetter immer schwächer. Erreicht man allerdings das Top End um Darwin, so befindet man sich im Monsungürtel wo es lediglich zwei Saisonzeiten gibt: die Trockenzeit – heiß und trocken oder die Regenzeit – heiß und nass.

In den Snowy Mountains im südlichen New South Wales und dem Hochland des nordöstlichen Victoria gibt es eine Wintersaison mit viel Schnee und guten Möglichkeiten zum Skifahren.

Das Zentrum von Australien ist dürr und trocken, mit heißen Tagen und oftmals bitterkalten Nächten.

Inhalt

Wetter in Australien – Überblick

Australiens Klima wird durch die trockene, sich senkende Luft des subtropischen Hochdruckgürtels, welcher sich mit den Saisonzeiten nach Norden und Süden verschieben, bestimmt. Dies hat zur Folge, dass der Regenfall über Australien sehr stark von den Saisonzeiten abhängig ist.

Bewegt sich das Hochdruckgebiet während der Wintermonate in Richtung Norden, unterliegt das südliche Australien in dieser Zeit dem Einfluss der westlichen Winde und den regnerischen, kalten Wetterfronten. Obwohl die Temperaturen im Küstenbereich generell über das ganze Jahr mild sind, können gelegentliche Kälteeinbrüche im Inland zu Frost führen. Der Sommer im südlichen Australien ist überwiegend trocken und heiß mit angenehmen Briesen in Küstennähe.

In Folge einer langen Dürreperiode können die heißen und trockenen Winde aus dem Landesinneren Buschbrände im südlichen und östlichen Australien entfachen. Die leichte Entflammbarkeit des australischen Buschs, welcher sich an das trockene Klima angepasst hat, trägt zum Risiko von Buschfeuern bei.

Die tropischen Regionen des nördlichen Australiens sind durch den einkehrenden Monsun in den Sommermonaten durch tropische Regenfälle gekennzeichnet. Während dieser Regenzeit, die typischer Weise von Oktober bis April andauert, bringen Winde aus nordwestlicher Richtung feuchte und schwüle Wetterbedingungen mit tropischen Regengüssen und Gewittern mit sich.

Die alljährliche Niederschlagsmenge variiert merklich und gelegentliche tropische Zyklone können gewaltige Regenschauer zu den tropischen Küstenregionen und gelegentlich auch weiter in das Inland bringen. Hat sich der Monsun schließlich zurückgezogen, bringt der anschließende Winter einen wolkenlosen, blauen Himmel und milde, trockene Wetterbedingungen.

Durch den Einfluss des Hochdruckgürtels ist die Niederschlagsmenge in weiten Teilen Australiens gering und variabel. Achtzig Prozent des australischen Kontinentes haben eine jährliche Niederschlagsmenge unter 600mm. Die Vegetation des dürren Inlandes hat sich an die trockenen Konditionen angepasst und reagiert sofort auf plötzlich einkehrenden Regenfall.

Klimaschwankungen in Australien

Australien ist ein riesiger Inselkontinent auf der südlichen Hemisphäre mit unterschiedlichen Klimazonen. Diese variieren von tropischen Regionen im Norden des Landes, über die ausgedörrten Weiten des Inlandes bis hin zu den gemäßigten Gebieten im Süden von Australien.

In Australien können große saisonale Schwankungen im Klima auftreten, mit Temperaturen von über 50 Grad Celsius bis deutlich unter 0 Grad. Die minimalen Temperaturen werden allerdings durch das Fehlen von Bergmassiven sowie durch den Einfluss der umgebenden See abgemildert.

Australien ist weitestgehend trocken und wasserarm, etwa 80 Prozent des Landes erfahren einen Regenfall unter 600 Millimeter pro Jahr. Ganze 50 Prozent haben sogar weniger als 300 Millimeter. Die meisten Australier leben daher in der Nähe der feuchteren und mäßigeren Küstengebiete des Südostens, hauptsächlich in den größeren Städten.

Australien besitzt im Vergleich aller fünf Kontinente den niedrigsten Regenfall (ausgeschlossen die Antarktis). Aufgrund dürftiger Niederschläge in Verbindung mit einer hohen Verdunstung, speziell im Zentrum von Australien, gibt es sehr wenige, dauerhafte Gewässer. Viele Flusssysteme sind weitestgehend saisonabhängig und die Gesamtwassermenge, die von den australischen Flüssen in das Meer abfließt, ist bei weitem die geringste aller Kontinente. Als Folge der schwachen und saisonabhängigen Niederschläge treten in Australien schwerewiegende Versalzungs- und Algenprobleme auf.

Klima von Australien im Vergleich zu den anderen Kontinenten

Australien ist durch das südliche Meer von den Polarregionen isoliert und entkommt im Gegensatz zu den Kontinenten auf der nördlichen Halbkugel den harschen und kalten Polarwinden in den Wintermonaten. Die Kontinente der nördlichen Hemisphäre erfahren so einen größeren Temperaturunterschied zwischen den Sommer- und Wintermonaten.

Das auffälligste Merkmal im Klima von Australien sind die großen Schwankungen im jährlichen Regenfall. Diese Tatsache wird durch die Südliche Oszillation (Southern Oscillation), welche weitestgehend durch den Pazifischen Ozean und der darüber befindlichen Atmosphäre beeinflusst wird, hervorgerufen. Das Phänomen wird als El Niño bezeichnet und mit den anhaltenden saisonalen Anomalitäten vieler Gebiete auf der Erde in Verbindung gebracht.

Australien ist jedoch einer der am stärksten betroffenen Kontinente, mit lang anhaltenden Dürreperioden und gelegentlichen, gewaltigen Regenzeiten. Wiederkehrende tropische Zyklone, Hitzewellen, Buschbrände und Frostperioden werden mit der Südlichen Oszillation in Verbindung gebracht. In Anbetracht des geringen und unregelmäßigen Regenfalls besteht in Australien große ökologische Sorge über die Nachhaltigkeit von Oberflächengewässern und seiner Qualität. An einigen Stellen droht das Wasser komplett zu verschwinden.

Pflanzen und Tiere entwickelten sich in Australien auf einem geographisch isolierten Kontinent, in einer Zeit, wo das Klima in Verbindung mit andauernden straken Schwankungen immer trockener wurde. Die Einzigartigkeit der Flora und Fauna ist so gesehen zumindest teilweise an diese Merkmale des Klimas angepasst.

El Niño und die Schwankungen im Klima

Ebenso wie die saisonalen Schwankungen erfährt Australiens Klima längerfristige Veränderungen. Der bedeutendste Einfluss ist das El Niño Phänomen. Früher wurde Australien als das “Land der Dürre und sintflutartigen Regen“ beschrieben. Heute verweisen die Wissenschaftler auf die gewaltigen Schwankungen im Klima dieses Kontinents von Saison zu Saison und von Jahr zu Jahr.

Die Auswirkungen der Klimaschwankungen in Australien wurden in den 1990er Jahren sehr deutlich. Während Queensland in der ersten Hälfte des Jahrzehntes weitestgehend eine Dürreperiode erlebte, kämpften die Menschen im Südosten von Australien mit schwerwiegenden Überflutungen in den Frühlingsmonaten der Jahre 1992 und 1993. Ein Jahr später herrschte eine landesweite Trockenheit, die in den Jahren 1995 und 1996 erneut durch schwere Regenfälle und Überflutungen in weiten Teilen des Landes abgelöst wurde. Dürre kehrte in die südöstlichen Regionen des Landes abermals während der Jahre 1997 und 1998 zurück.

Südliche Oszillation und ihre Auswirkung auf Australien

Die Klimaschwankungen in Australien stehen mit dem Klimaphänomen der Südlichen Oszillation in Verbindung, einer bedeutenden Luftdruckverlagerung zwischen Asien und den Regionen im ostpazifischen Raum. Die bekanntesten Extreme dieser Klimaschwankungen sind die El Niño Ereignisse und deren Auswirkungen.

Die Südliche Oszillation wird über die Stärke und Richtung bestimmt. Hieraus ergibt sich der Southern Oscillation Index (SOI).

Die ländliche Produktivität, speziell in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales, ist an die Auswirkungen der Südlichen Oszillation gekoppelt. So zeigen z.B. die Ernteerträge bei Weizen in den letzten Jahren immer dann einen Einbruch, wenn auch der SOI eine negative Phase (trockene Perioden) beschreibt. Umgekehrt ergeben sich bei positiven Phasen des SOI ertragreiche Ernten.

Der Tourismus ist neben der Landwirtschaft in Australien ein weiterer Zweig, der von den großen Schwankungen im saisonalen Klima abhängig und anfällig ist. Da die Klimaschwankungen die wirtschaftliche Lage von Australien beeinflussen, braucht das Land ein bestmögliches Verständnis der physikalischen Mechanismen, um die dramatischen Eigenschaften des Klimas zu verstehen und darauf reagieren zu können.

El Niño und seine globalen Auswirkungen

El Niño stammt aus dem Spanischen und bedeutet, in Anlehnung an das Jesuskind, “der kleine Junge“. Peruanische Anchovis Fischer benutzten traditionell diesen Ausdruck, um das Auftreten einer warmen Ozeanströmung um die Weihnachtszeit vor der südamerikanischen Küste zu beschreiben. Die warme Meeresströmung trifft bei Ecuador auf die Küste und verläuft weiter in südlicher Richtung entlang der peruanischen Küstenlinie.

El Niño beeinflusste die traditionelle Fischerei in Peru und Ecuador. In den Jahren ohne El Niño Phänomen gelangt kaltes, nährstoffreiches Wasser aus den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche. Dieser Auftrieb des Tiefenwassers bringt Plankton in Hülle und Fülle mit sich, welches das Hauptnahrungsmittel für Anchovis ist. In den Jahren mit El Niño ist der Tiefenwasserauftrieb abgeschwächt und wärmeres, nährstoffarmes Wasser beherrscht die Küstenregionen. Die Anchovis Fischerei brach in dieser Zeit zusammen. Sie erfuhr ihren endgültigen Niedergang in den letzten fünf schweren El Niño Ereignissen im letzten Jahrhundert.

Die warme Südamerikanische El Niño Strömung wird durch gewaltige Wechselwirkungen zwischen dem Meer und der Atmosphäre hervorgerufen. Heute beschreibt der Begriff El Niño die Folge von Veränderungen bei den Strömungen über den Pazifischen Ozean bis zu den indonesischen Inselgruppen, wenn die Erwärmung extrem hoch ausfällt (in der Regel alle drei bis acht Jahre). Charakteristische Veränderungen in der Atmosphäre begleiten die der Meere und resultieren in veränderten Wettermustern über die ganze Welt.

Der Pazifische Ozean und die Walker Zirkulation

Der Pazifische Ozean ist eine riesige Wassermasse, welche das Klima in dieser Region maßgeblich beeinflusst. Seine Ausdehnung reicht, im Vergleich zum Indischen oder Atlantischen Ozean, weit über den Äquator hinaus und ist ein wichtiges Indiz für die Ausprägung der Südlichen Oszillation und El Niño.

In den meisten Jahren bring die Humboldt Strömung, die in nördlicher Richtung entlang der Westküste von Südamerika verläuft, durch Tiefenwasserauftrieb kaltes Wasser mit. Das kühle Wasser fließt weiter nach Westen entlang des Äquators und wird durch die tropische Sonne aufgewärmt. Diese normalen Bedingungen machen den Westpazifik um 3 bis 8 Grad wärmer als den Ostpazifik. In den Jahren mit El Niño erwärmt sich jedoch der zentral gelegene und östliche Pazifikraum auf die Temperatur des Westpazifiks.

Die Walker Zirkulation
Die Walker Zirkulation erhielt ihren Namen durch Sir Gilbert Walker, einem Generaldirektor des britischen Observatoriums in Indien. Sir Gilbert Walker erkannte Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Zusammenhänge zwischen den saisonalen Klimaschwankungen in Asien und der Pazifikregion.

Die östlichen Passatwinde sind Teil der Walker Zirkulation. Typischerweise bringen diese feuchtwarme Luft nach Indonesien. Dort bewegen sie sich normalerweise über sehr warmes Gewässer, als Folge steigt die feuchte Luft in die höheren Regionen der Atmosphäre auf. Die Luft bewegt sich anschließend wieder in östliche Richtung, bevor sie über dem Ostpazifischen Ozean absinkt. Die aufsteigende Luft steht damit mit einer Region in Verbindung, die durch einen geringen Luftdruck, hoch aufragende Gewitterwolken und Regen gekennzeichnet ist. Sinkende Luft hingegen geht mit Lufthochdruck und trockene Konditionen einher.

Die Südliche Zirkulation
Heute geht man davon aus, dass die Südliche Oszillation durch die enormen Veränderungen in der Walker Zirkulation hervorgerufen werden, welche eng mit der Meerestemperatur des Pazifischen Ozeanes in den tropischen Gebieten zusammenhängen.

Southern Oscillation Index (SOI)

Der Southern Oscillation Index (SOI) ist ein einfaches Maß für die Stärke und Richtung der Südlichen Oszillation und zudem ein Indikator für den Stand der Walker Zirkulation.

Der SOI wird über die monatlichen bzw. saisonalen Schwankungen im Luftdruck zwischen Tahiti und Darwin bestimmt.

Das typische Muster einer Walker Zirkulation liefert einen durchschnittlichen SOI von nahezu Null (die Südliche Oszillation befindet sich im Bereich des Langzeitdurchschnitts). Ist der SOI extrem im positiven, so befindet sich die Südliche Oszillation an einem Ende ihrer Bandbreite. Tritt hingegen die Walker Zirkulation in die El Niño Phase ein, so liegt der SOI weit im Negativen und die Südliche Oszillation liegt am anderen extremen Ende ihrer Bandbreite.

Positive SOI-Werte stehen mit starken Passatwinden im Pazifik und einer wärmeren Meerestemperatur im Norden von Australien in Verbindung. Zusammen ergibt sich daraus für das östliche und nördliche Australien eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Saison mit mehr Regenfällen als gewöhnlich. Während der El Niño Phasen schwächt sich die Walker Zirkulation ab, die See um Australien kühlt sich ab und laue Passatwinde bringen weniger Luftfeuchtigkeit in die Region um Australien und Asien. Es folg mit hoher Wahrscheinlichkeit für das östliche und nördliche Australien eine überdurchschnittlich trockene Saison.

Meteorologen halten nach Veränderungen in der Atmosphäre und bei den Meeresströmungen ausschau, um so eine neue El Niño Phase frühzeitig zu erkennen oder ihre Lebensdauer vorherzusagen. Hinweise sind:

  • Die Walker Zirkulation und Passatwinde schwächen ab. Während intensiver El Niño Phasen treten vermehrt westliche Winde über dem äquatornahen westlichen und zentralen Pazifik auf.
  • Der für gewöhnlich warme westliche tropische Pazifik kühlt ab und das warme Wasser verschiebt sich in östlicher Richtung in den zentralen Pazifik.
  • Die für gewöhnlich kalten Gewässer an der Südamerikanischen Küste erwärmen sich um ca. 2 bis 8 Grad Celsius.
  • Der Southern Oscillation Index bleibt im negativen Bereich.
  • Wolkenfelder treten verstärkt über dem zentralen, äquatornahen Pazifik auf.

Wenn der Southern Oscillation Index seine positiven Werte beibehält, verstärkt sich die Walker Zirkulation und der Ostpazifik kühlt ab. Diese Veränderungen bringen weitreichenden Regen und Überflutungen nach Australien. Diese Phase wird auch als Anti-El Niño oder La Niña bezeichnet. Australien erlebte so z.B. im Februar 2011 verehrende Regenfälle und Überschwemmungen im Norden von Queensland.

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